GEW HOF
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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Oberfranken
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft                                                  Oberfranken

Spaenle als Kolumbus plus Alexander!
 

Ludwig Spaenle erklärte als amtierender bay. Kultusminister im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags am 26.10.17, die Verhandlungen über das neue G9 seien
„Ei des Kolumbus und Gordischer Knoten zugleich“.

Donnerwetter, Herr Spaenle! Sie wollen gleich zwei Größen der Weltgeschichte in einem Stück spielen? Wenn Sie sich da mal nicht übernehmen!

 

P.S. im März 2018:

Schon übernommen, Herr Spaenle! War einfach ein bisschen viel. Nachdem nun Ihr bisheriger Staatssekretär Bernd Sibler Ihre Arbeit übernehmen durfte, sind Sie ja die von Ihnen beschriebene G9-Doppelaufgabe endlich los.

Völlig nicht!
 

dpa meldet im Herbst 2017: Otto Lederer (CSU) verteidigte die derzeitige Struktur der bayerischen Gymnasien und die Stundentafel für das neue G9: «Ich glaube nicht, dass die Wissensvermittlung an den bayerischen Gymnasien völlig an der Lebenswirklichkeit vorbeigeht», sagte Lederer.

Wer wollte da widersprechen? Völlig vorbei geht die Wissensvermittlung wohl nicht  -  aber fast! Bei einer Befragung von 66 Gymnasiast*innen der 11. und 12. Klassen in Oberfranken (auch im Herbst 2017) kreuzten 60 Schüler*innen an, sie gingen zur Schule, weil sie den Schulabschluss für ihren Berufswunsch benötigen, aber lediglich 8 Jugendliche (also gerade mal 12 %) meinten, im Gymnasium ginge es um Themen, die sie interessierten!

Immerhin jede* Vierte Oberstufenschüler*in gab an, er/sie wolle in der Schule das pers. Wissen erweitern. Für jede*n Zweite*n ist der Schulbesuch schlicht Pflicht.  (Mehrfachnennungen waren möglich.)

 

 

Computer-Kündigung
 

erklärte Sarah Wysocki zur schlechten Lehrerin. Also kündigte ihr der Arbeitgeber.

Wysocki wollte das nicht akzeptieren. Schließlich hatte sie hervorragende Zeugnisse, bei Kindern, Eltern und im Kollegium war sie beliebt.

Es stellte sich heraus, dass Lehrer*innen der abgebenden Schule die Testergebnisse ihrer Schüler*innen gefälscht hatten, um einen Bonus von mehreren Tausend Dollar zu kassieren. Als Wysocki die Ergebnisse ihrer Schüler*innen unmanipuliert eingab, meldete das von der Schulverwaltung eingesetzte Computerprogramm IMPACT, dass sich die Schüler bei Frau Wysocki durch die Bank verschlechtert statt verbessert hatten.

Mit diesem Rechercheergebnis konfrontiert, nahm die Schulverwaltung die Entlassung mit Bedauern zurück?  Keineswegs: Sie konnte sich doch nicht "anmaßen", das teure und „unbestechliche“ IMPACT-Programm zu korrigieren!

(Quelle: PM 7/2017)

 

Auswendig reproduziert kann 6 bedeuten

Das Verwaltungsgericht Gießen hat mit seinem Beschluss 7K3318/12 nicht wenige Mitmenschen überrascht:
Lehrer dürfen demnach die Klausur eines Schülers mit "ungenügend" bewerten, wenn der Prüfling eine Frage innerhalb der Klausur zwar korrekt beantwortet, dabei aber nur einen auswendig gelernten Lösungstext aus einer Übungsaufgabe wiedergibt
.

 

 

 

 

Verfassungsschutz lädt zur Ausstellung
und Regierung enthält sich bei UN-Abstimmung gegen Rassismus

 

„Die braune Falle“ heißt der Titel einer Wanderausstellung, zusammengetragen vom Bundesamt für Verfassungsschutz, im Spätherbst 2014 z.B. zu sehen im Berufsbildungszentrum Nürnberg.

Willi das Amt den Schüler*innen dort zeigen, wie es die "braune Falle" jahrelang übersehen konnte? Nun, bekanntermaßen ist Selbstkritik nicht die Stärke von Geheimdiensten.

Wo bleibt die vorbehaltlose Hilfe bei der Aufklärung der NSU-Morde? Und soll die „braune Falle“ weiterhin auch durch Finanzierung von V-Leuten gespannt bleiben?

 

Außerdem: Wie passt dieses Ausstellungsthema zur Entscheidung der Bundesregierung, sich bei der UN-Abstimmung am 21.11.14 gegen die Verherrlichung von Nazismus, Neonazismus, Rassismus etc. (Originaltitel siehe unten)  zu enthalten?
Noch schlimmer war nur das Abstimmungsverhalten von drei Staaten:
Kanada, Ukraine und USA stimmten tatsächlich mit NO.

 

115 von 173 beteiligten Regierungen ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken und unterstützten diese UN-Resolution:

 (A/C.3/69/L.56/Rev.1: Combating glorification of Nazism, neo-nazism and other practices that contribute to fuelling contemporary forms of racism, racial discrimination, xenophobia and related intolerance.)

 

VG Stuttgart versteht den Gruppenzwang

 

Bei einer Klassenfahrt hieß ein Programmpunkt: Besuch des Bierzelts bei einem Frühlingsfest. Das Verwaltungsgerichts Stuttgart akzeptierte, dass Festbesucher/innen dabei „kollektiv auf die Bänke steigen und dort zur Musik tanzen.“ Da die Lehrerin nach Auffassung des Gerichts „praktisch nicht anders konnte, als sich diesem Verhalten anzuschließen“, wertete es den Sturz der tanzenden Lehrerin von der Bank mit der daraus folgenden schweren Rückenverletzung als Dienstunfall.
 

Einfach zu selbstbewusst

Eine Kollegin beobachtete über einen längeren Zeitraum, wie distanziert und unfreundlich sich der Rektor der Schule ihr gegenüber verhielt. Eines Tages sprach sie ihn unter vier Augen darauf an und erhielt auch sofort eine mehrteilige Antwort: 
Sie zeige sich zu selbstbewusst,
also zu wenig als Dienerin.
Ihre gesamte Erscheinung sei zu attraktiv für die Arbeit als Lehrerin.

Nachdem der Rektor seine Erklärung anschließend nicht als kleinen Spaß einstufte und auch sein Verhalten ihr gegenüber in keiner Weise änderte, konnte die Kollegin des Schulleiters Probleme im Umgang mit ihr in aller Deutlichkeit verstehen.

 

Kann Bildung gefährlich werden?

1821 warnte der preußische Kultusbeamte Ludolph von Beckedorff vor allzu viel Bildung für die "niederen Stände", da sonst "unvermeidlich Dünkel und Ansprüche aller Art, Widerwillen gegen untergeordnete Beschäftigungen und die traurigste Unzufriedenheit bald überhand nehmen müssten". Schließlich begründe der "ungleich ausgeteilte Besitz eine natürliche Verschiedenheit."  (zitiert aus "Bildungsfieber" von Tom Schimmeck)


 

Achtung: Klo ist kein Arbeitsplatz!

Erleidet ein Beamter (und eine Beamtin ebenso) einen Unfall in den Toilettenräumen der Behörde, so kann dies nicht als Dienstunfall anerkannt werden. Denn, so das Verwaltungsgericht München am 8.8.13, was auf der Toilette üblicherweise geschieht, ist privatwirtschaftlicher und nicht dienstlicher Art!
 


 

Ohne Einschränkung zu befolgen!
 
"Anweisungen und Verbote der begleitenden Lehrkräfte sind ohne Einschränkung zu befolgen." So lautet der erste der 9 Punkte, die Erziehungsberechtigte der SchülerInnen eines bayerischen Gymnasiums unterschreiben mussten, bevor die fast volljährigen Zöglinge zur einwöchigen Klassenfahrt antreten durften.
Bliebe noch zu erwähnen, dass BefehlsverweigererInnen bei der Klassenfahrt nicht mit dem Kriegsgericht gedroht wird, sondern nur mit dem vorzeitigen Abbruch der Reise  -  bei "besonders schwerwiegenden Verstößen" Einzelner müssen alle "ohne Anspruch auf Kostenerstattung" vorzeitig die Heimreise antreten.
Ob die bei dieser Fahrt als verhaltensunreif auffallenden GymnasiastInnen einige Monate später trotzdem das "Zeugnis der Reife" erhalten können, ist dem Papier der Schulleitung nicht zu entnehmen
.
 

 

Animations-Heu für 120.000 Euro

Ende November 2012 versandte das bay. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 11.350 Pakete. Jede Grundschule in Bayern erhielt so viele Pakete, wie sie Klassen in der dritten und vierten Jahrgangsstufe hat.
Der Inhalt: Bayerisches Heu!
Nein, das Ministerium machte sich keine Sorgen um die weiche Lagerung des Christkinds im Schulkripperl, sondern hatte die "Bewerbung des Programms Erlebnis Bauernhof" im Sinn. 
Zu einer Landtagsanfrage (Nr. 16/16019) nach dieser Winteraktion schrieb das StMELF als Begründung: "Das Heu sollte neugierig auf den Bauernhof-Besuch machen und dazu ermuntern, das Thema im Unterricht zu behandeln, Fragen zu stellen oder von eigenen Erlebnissen bei der Heuernte zu berichten... Die im November verschickten Pakete enthielten außerdem Fragekarten für die Kinder, welche diese an die Erlebnisbäuerin/den Erlebnisbauern schicken konnten."

Wie viele Schulklassen und wie viele Erlebniskarten bei den Erlebnisbauernhöfen letztlich ankamen, ist nicht bekannt. Aber dass diese Schnapsidee ca. 120.000 Euro verschlungen hat, das ist belegt.

  


 

Hofnärrisch?

Wer meint, bei der Regierung von Oberfranken gäbe es keine lustigen Leut, der täuscht sich. Ein besonders mutiger Beschäftigter lässt seinen Humor sogar deutlich raushängen  -  in Postkartengröße ist neben seinem Büroschildchen das selbstbewusste Statement zu lesen:
Meine Meinung steht fest.
Bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen!


 

Dienstunfall beim Wildpinkeln
 

Bricht sich ein Beamter auf dem Weg von der Arbeit nach Hause beim Pinkeln in den Büschen das Bein, ist das laut Verwaltungsgericht München ein Dienstunfall.

 Kauft der Beamte auf dem Heimweg ein oder hält an der Tankstelle und bricht sich dabei das Bein, gilt das schon nicht mehr als Dienstunfall, sondern als Unfall im Privatbereich.

 



Dienstunfähigkeits-Ranking und Steuer-Freibetrag
 

In Unterrichtsblättern für die Bundeswehrverwaltung werden unterschiedliche Stufen der Dienstunfähigkeit miteinander verglichen. Das überzeugende Fazit gilt auch für andere Verwaltungsbereiche:
"Der Tod stellt auch versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar."

In diesem Zusammenhang sei eine Mahnung aus dem Bundessteuerblatt zur Beachtung genannt:
"Es ist nicht möglich, den Tod eines Steuerpflichtigen als dauernde Berufsunfähigkeit in Sinne von § 16 Abs. 1 Satz 3 EStG zu werten und demgemäß den erhöhten Freibetrag abzuziehen."


 


Beruhigende Feststellung


Der Hessische Lehrerverband fand eine großzügige Lösung für die Geschlechterfrage in kleinen Personalräten:
"Besteht ein Personalrat aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern."


Unzumutbare Belastung
 

 „Wechselt ein Besoldungsempfänger aus einem Bundesland, das einen Feiertag (Buß- und Bettag) abgeschafft hat, in ein Bundesland, das keinen Feiertag abgeschafft hat (Sachsen), so werden seine monatlichen Dienst- und Anwärterbezüge nach § 3a BBesG  abgesenkt, wenn er ... in dem betreffenden Jahr auf Grund der für ihn maßgebenden Feiertagsregelung in den Genuss einer im Vergleich zum 31. Dezember 1993 nicht geringeren Zahl von Feiertagen gelangt.

Eine in einem Kalenderjahr hinzunehmende Besoldungskürzung, ohne an einem weiteren Feiertag  vom Dienst befreit zu sein, würde die Besoldungsempfänger unzumutbar belasten.

...Bei einem Wechsel des Besoldungsempfängers im Laufe eines Monats von Sachsen in ein Bundesland, das einen Feiertag abgeschafft hat, und in umgekehrter Richtung ist § 3a BBesG nicht für einen vollen Kalendermonat anzuwenden, der Anspruch auf Besoldung für Teile eines Kalendermonats richtet sich nach § 3 BbesG.“
 

 (Kurzkommentar: Ist das nicht rührend, welch komplexe Gedankengebäude der Dienstherr im Falle eines Bundeslandwechsels errichtet? Bei den verordneten Besoldungs-Nullrunden und sonstigen Kürzungen ist von seiner Fürsorge nichts zu spüren.)

 


 

Steuergelder anschaulich verbraten
 

Im Herbst 2010 waren Delegationen von bayr. Hauptschulen zur Staatsregierung eingeladen, um bei großem Büffet und Show-Einlagen die Gründung von Mittelschul-Verbünden zu feiern, d.h. es als Fortschritt zu bezeichnen, dass nun überall im Lande schrumpfende Hauptschulen zu sog. Verbünden zusammengelegt werden. Als kleines Dankeschön für den ausbleibenden Widerstand gegen diesen Regierungsstreich verleihen die Bezirksregierungen die Bezeichnung MITTELSCHULE.

Ein Teilnehmer an dieser Schaufensterveranstaltung berichtet, er habe den anwesenden Ministerpräsidenten gefragt, wie der finanzielle Aufwand für diese Feier zu rechtfertigen wäre. Darauf antwortete Seehofer, da wüssten die Teilnehmer wenigstens, wo ihre Steuergelder blieben.

 


 

Abwracken ohne Prämie und Verstand
 

Generalsanierung einer oberfränkischen Schule. Die Geräte aus der Sporthalle werden in Räume des Bauhofs transportiert. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollten sie ja wieder eingesetzt werden.

Einige Wochen später bemerkt ein Kollege, dass die Geräte nicht mehr da sind. Er fragt nach und erfährt, dass alles „entsorgt“ ist: Neuwertige Matten landeten in der Müllverbrennung, beste Reckstangen hatten keine Chance gegen den scharfen Trennschleifer und stabile Schwebebalken fielen der Kettensäge zum Opfer. Gesamtschaden geschätzte 25000 €.

Wer für den Schaden aufkommt? Na, die Gemeinde natürlich. Also nicht die zuständige Verwaltung, sondern die Bürger! Auf Nachfrage eines Gemeinderats in der Sitzung erklärt der Bürgermeister lapidar, er nehme das auf seine Kappe. Schluss. Erledigt. Keine nähere Untersuchung. Keine Regressforderungen. Keine Abwrackprämie beantragt. Niemand interessiert sich mehr für diese Zerstörungsorgie.

 


 

Will er die Diskussion abwürgen oder aufgrund sozialer Politik überflüssig machen?
 

 "Wir wollen keine Diskussion, dass 10 Milliarden für die Landesbank da waren, aber Geld für Familie, Bildung und Technologie ist nicht da."

 Dieser holprige und zweideutige Satz stammt vom ehem. stellv. bayr. Ministerpräsidenten, Martin Zeil (FDP),

zitiert aus dem Bamberger Regionalblatt Fränkischer Tag vom 2. Jan. 2010.

 


 

Mutige Namenskombination in der Heimatzeitung
 

Bei der Rückschau in gar nicht so gute vergangene Jahrzehnte erinnerte sich ein Kollege an einen Bildbericht des Fränkischen Tags (vermutlich aus der ersten Hälfte der 80-er Jahre) über ein Zusammentreffen von drei fränkischen VIPs, deren Namen uns in dieser Kombination nicht alle Tage begegnen:

Landtagsabgeordneter Möslein konferierte damals mit den leitenden Vertretern der Schulabteilung in Oberfranken, Geiling und Zipfel.
 


 

Tröstlich
 

 Bei der Verabschiedung eines nicht allseits geschätzten Rektors in Franken sprach der Bürgermeister des Orts anno domini 2008 laut Regionalzeitung u.a. folgende aufschlussreichen Worte:

Es tröste ihn etwas, dass sich der Schulleiter ins Privatleben zurückziehen wolle und nicht etwa sein pädagogisches Geschick in die Dienste einer anderen Schule stellen werde.

 


 

Was sich Eltern wünschen!
 

Bei der Beurteilungsrunde 2009 gab das Ministerium selbstverständlich keinen Notenschnitt vor  -  aber 3,6 wurde schon erwartet. Da müssen die SchulleiterInnen also ihren LehrerInnen häufiger eine 4 oder 5 verpassen als eine 3 oder gar eine 2!

Damit die Note 4 für die KollegInnen an seiner Schule leichter zu verschmerzen war, hat ein Beurteiler folgenden Satz losgelassen:

„Ein Lehrer, der mit 4 beurteilt wird, ist ein Lehrer, den sich die Eltern für ihr Kind wünschen.“

Also nichts wie her mit der 4. Damit gibt es zwar dann keine Höherstufung im Gehalt, aber dafür kann sich der Kollege freuen, bei den Eltern einen Stein im Brett zu haben! Ist doch auch was Schönes!

 


 

Gleich zwei 5%-Klauseln bei Witwen!
 

War die Witwe eines Beamten mehr als 20 Jahre jünger als der Verstorbene und ist aus der Ehe kein Kind hervorgegangen, wird für jedes angefangene Jahr des Altersunterschieds über 20 Jahre das Witwengeld um 5%  -  jedoch höchstens um 50%  -  gekürzt.

Aber:

Nach fünfjähriger Dauer der Ehe werden für jedes angefangene Jahr ihrer weiteren Dauer wieder 5% hinzugesetzt bis maximal zum ungekürzten Witwengeld.

 


 

Der Mann heißt Herrmann
 

Joachim Herrmann war mal Fraktionschef der CSU im Bayerischen Landtag. Der Unterschied zwischen Beliebtheit und Zwangs-Frequentierung eines Teilsystems des bayerischen Schulunwesens muss ihm fremd sein, wenn er   -   ohne ironischen Unterton und nicht etwa im Jahr 1966, sondern im Jahre 2006 - folgendes äußert:

„Die Hauptschule bleibt, was sie immer war: Die beliebteste Schulform Bayerns." (sieht taz vom 30.10.06)

 

 

Durchlässigkeit nach oben

 

Einem Schüler einer 11. Vorklasse zur Berufsoberschule in Bayern wurde ernsthaft und unter Ausschluss eines Missverständnisses mitgeteilt:

Um in die 12. Klasse der BOS aufgenommen zu werden, müsse er sich aufgrund seines bisherigen Werdegangs einer Aufnahmeprüfung unterziehen und dabei mindestens die Note 6 erreichen.

 

Wer behauptet da, die Durchlässigkeit nach oben sei nicht ausreichend?

 


 

„Kein Bedarf“ an Einsicht

 

 Seit 1.1.06 gilt auf Bundesebene das neue InformationsFreiheitsGesetz. Danach können BürgerInnen nun Einblick in (fast alle) Akten der Bundesbehörden erhalten. Mehrere Bundesländer haben dieses Gesetz auf Länderebene übertragen.

Doch in Bayerns Behörden bleibt der interessierten Öffentlichkeit das Recht auf Akteneinsicht (vorerst?) verwehrt.

Der CSU-Abgeordnete König gab im Rechtsausschuss des Landtags eine umwerfende Begründung für die freistaatliche Verweigerung ab:

Seine Fraktion könne keinen Bedarf der Bevölkerung für solch umfassende Erlaubnis zur Akteneinsicht erkennen. (vergl. Maximilianeum Nr. 4/06)

 

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Beamtenbund akzeptiert Ruhestand mit 67

 

Laut Koalitionsvertrag der Merkel-Regierung von 2005 müssen Änderungen im Rentensystem wirkungsgleich auf das Versorgungsrecht der BeamtInnen übertragen werden. Erstaunliche Reaktion des deutschen Beamtenbundes: „Da haben wir keinen Protest anzumelden.“ (vergl. SZ 3.2.06)

 


 

Ein nachdenklich stimmender Aushang in einem nordbayerischen Lehrerzimmer:

 

Das Ministerium für Unterricht und Kultus informiert:

„Immer wieder müssen Wir feststellen, dass es Bedienstete gibt, die glauben, gewisse Vorschriften ignorieren zu können, weil sie der irrigen Meinung erliegen, diese seien unsinnig oder gar überflüssig.

Dazu ist anzumerken, dass es in der Natur der Vorschrift liegt, Vorschrift zu sein und sich von daher jede Diskussion über Sinnhaftigkeit, Zweckmäßigkeit etc. per se verbietet.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Aussage des Großen Kurfürsten (obgleich Preuße):

ES IST DEM UNTERTANEN NICHT GESTATTET, DEN MASSSTAB SEINER BESCHRÄNKTEN EINSICHT AN DIE ENTSCHEIDUNGEN DER OBRIGKEIT ZU LEGEN.

Leitsätze wie diese haben dem deutschen Beamten seit jeher Rückhalt und Sicherheit in stürmischen Zeiten gegeben und werden auch künftig Leuchttürme im Meer der Hilflosen und Chaoten sein.“

 


 

Sehhilfe !

 

 Zitat aus den Erläuterungen wegen Ablehnung der Beihilfegelder zu einer Brille:

„Gem. Nr. 12 der Anlage 3 zu § 6 Abs. 1 Nr. 4 BhV sind die Aufwendungen für Sehhilfen ab dem 01.01.2004 … nur bei Vorliegen einer der folgenden Erkrankungen beihilfefähig:

a) Blindheit beider Augen …“

 


 

180 Prozent anders

 

 „In einer 12-stündigen Marathonsitzung hatten sich die Abgeordneten zu ebenso drastischen wie umstrittenen Einsparungen in Milliardenhöhe durchgerungen. „180 Prozent anders“, sagt Huber über die gewendete Stimmung.“

 Soweit das dpa-Zitat aus dem Fränkischen Tag vom 13.01.05 über die Sitzungsatmosphäre in der CSU-Fraktion, die beschlossen hat, durch Haushaltsumschichtungen einen Teil der fehlenden Lehrkräfte auf ein Jahr befristet einzustellen.

 Wird eine/r dieser neuen KollegInnen dafür abgestellt, dem Herrn Minister und Chef der bayerischen Staatskanzlei, Erwin Huber, die durchaus unterschiedliche Bedeutung der Begriffe Prozent und Grad zu erklären?

 


 

Realitätsverleugnung, schräge Kausalität und Scheinlösung

 

 „Die Hauptschule in Bayern ist eine zu recht hoch geschätzte Schulart, wie die Ergebnisse der nationalen PISA-Studie erwiesen haben…“

 So begann der erste Satz der Vorbemerkungen zum Hauptschullehrplan 2004, unterschrieben von der damals zuständigen Ministerin, Frau Monika Hohlmeier. Ob sie wohl zuhören würde, wenn ihr Eltern das wahre Image der Hauptschule erklären wollten. Und wie ist klar zu machen, dass die nationale Auswertung der PISA-Studie wenig über die angebliche Hochschätzung der HS sagen kann?

Einer ihrer Nachfolger im Amt hat das Imageproblem der Hauptschule nun gelöst, scheinbar jedenfalls. Er schaffte den Begriff ab. Die ehem. Hauptschulen in Bayern heißen nun Mittelschulen.

 


 

Test ging daneben

 

In nahezu jeder der 12 Aufgaben des bayernweiten Jahrgangsstufentests für die 8. Jahrgangsstufe der Hauptschule war mindestens 1 Fehler in der an die Schulen verschickten Vorlage des Ministeriums versteckt.

Drei Beispiele:

a) Die Angabe zu Aufgabe 2 behauptete das Fehlen von 6 Kommas. Tatsächlich fehlten 5! Pro richtig gesetztem Komma sollte ein Punkt gegeben werden, erreichbar waren aber insgesamt nur 4 Punkte !
b) In Aufgabe 7 fehlte bei einem Wort das Trennungszeichen, ein weiterer Begriff war ohne entsprechendes Zeichen und dazu noch an falscher Stelle getrennt.
c) In Aufgabe 10 mussten die „praktisch begabten“ HauptschülerInnen den Begriff „Präteritum“ kennen, um die Aufgabe zu verstehen. Im Korrekturhinweis zu dieser Aufgabe stand zu lesen, dass „jede richtig angekreuzte Aussage“ einen Punkt ergebe. Allerdings war in dieser Aufgabe kein einziges Kreuz zu setzen!


Wir kreiden nicht an, dass mal ein Tippfehler passieren kann. Wenn jedoch bei einem ohne jeden Zeitdruck vorbereiteten und landesweit verschickten Test die Fehlerquote so hoch ist wie hier, dann lässt das schon Rückschlüsse zu auf die Sorgfalt der betreffenden KuMi-MitarbeiterInnen. Offenbar wurde die Vorlage vor der Versendung nicht einmal konzentriert durchgesehen. Die E-mail mit Hinweisen auf einige der Fehler  -  keineswegs auf alle !  -   kam am Prüfungstag an die Schulen, nachdem all die Kopien für die Schüler schon angefertigt waren. Eine Entschuldigung für die Schlamperei lag nicht bei.

 


 

Ohne Hingabe vorschriftswidrig

 

"Im Übrigen verpflichtet Art. 64 Abs. 1 Satz 1 des Bayerischen Beamtengesetzes den Beamten dazu, sich mit voller Hingabe seinem Beruf zu widmen. Eine Diensterfüllung "nach Vorschrift" würde damit eine Dienstpflichtverletzung darstellen, die disziplinarrechtlich geahndet werden kann."

 

Diese feine Definition steht in einem amtlichen Antwortschreiben des bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus an einen unzufriedenen Untergebenen anno 2003, gezeichnet vom Leitenden Ministerialrat Dr. Eibert.

 


 

Zu dumm

 

An einer Schule in Mittelfranken war die Konrektorenstelle seit 2 Jahren nicht besetzt.
Ist der Chef krank, ist der Dienstälteste an der Reihe, die Amtsgeschäfte zu führen. Der wollte aber nicht, alle anderen in der Dienstalters-Reihenfolge auch nicht.

In einer Lehrerkonferenz erklärte sich ein jüngerer Kollege bereit, die Stellvertreterfunktion auszuüben. Auch der Schulleiter war dafür.

Nur der Schulrat lehnte dies kategorisch ab. Er verlangte von allen Lehrkräften, die abgelehnt hatten, die schriftliche Erklärung, dass sie zu dumm seien, die Funktion auszuüben.

Das wollten die aber schriftlich nun auch wieder nicht bestätigen. Daraufhin ließ sich der Dienstälteste überreden, seinen Widerspruch zurückzuziehen und den Schulleiter bei Bedarf zu vertreten.

 


 

Wünsche zum Nachdenken

 

Mithilfe einer auffallend bescheidenen Satzkonstruktion gab ein Rektor in Oberfranken seine Weihnachts- und Neujahrswünsche an sein Kollegium und an die Eltern weiter.  Zitat:

"Mögen der Anspruch des Menschen als Wesen der normativen Vernunft und Freiheit, die Fülle wissenschaftlich-empirischer Daten, die Moral in der modernen, von Fortschritt und Werteverfall geprägten Welt sowie der Glaube an Gott als Grund und Ziel in Einklang zu bringen sein, damit auf den Ebenen von Gerechtigkeit und Humanität weiterhin verbindliche sowie lebbare Normen entwickelt werden können, die es dem Einzelnen ermöglichen, den zeitgemäßen Realitäten offenen Auges begegnen zu können und in der konkreten Auseinandersetzung nach Lösungen zu suchen, die auch Beachtung verdienen.

Mit herzlichen Grüßen

........................................., Rektor

 

 

Quali-Splitter

 

(drei Zitate aus Abschlussprüfungen Deutsch an einer Hauptschule 2001):

 

"Handy ist ein Gerät womit man heutzutage ohne eins nicht leben kann."

 

"Internet ist auch die Zukunft. In einigen Jahren wird man z.B. wenn man daheim vor dem Kühlschrank steht, über einen scanner z.B. die Milch wenn leer ist drüberfahren, dadurch wird sie automatisch bestellt."

 

"Fatzhit: Bei so was kann es eben auch hinten los gehen."

 


 

B3-Beamter erklärt sich für überflüssig

 

"Die Position des Vizepräsidenten einer Bezirksregierung ... wäre entbehrlich, wenn diese Behörde effizient organisiert werden würde."

Das erklärte der Vizepräsident der Bezirksregierung von Oberfranken, Horst Müller, über die Notwendigkeit seines eigenen mit B3 hochdotierten Postens, nachdem er seinen Anspruch auf Altersteilzeit gegenüber dem bayr. Innenministerium gerichtlich durchsetzen musste.

(vergl. Nordbayr. Kurier v. 4.7.01)

 


Worauf es ankommt

 

Ein Rektor in Oberfranken erklärte einem Lehramtsanwärter im Jahre 1976, dass dieser seinen Schülern "auf jeden Fall beibringen müsse, Dinge zu tun, die ihnen nicht passten."

Er habe damals einen Stellungsbefehl bekommen und sofort in den Krieg ziehen müssen. Das habe ihm auch nicht gepasst.

Er sei sich bewusst, dass die Schüler nicht so sehr viel lernten in der Hauptschule, aber eines müssten sie lernen: sich anzupassen und Aufträge zu erfüllen, auch wenn ihnen das nicht behage!

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