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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW Oberfranken
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Bei der Aussprache über die Arbeit unter Corona-Maßnahmen machten die Gewerkschafter:innen deutlich, dass die Belastungen in den letzten eineinhalb Jahren gestiegen sind. Im Vordergrund standen neben den entgrenzten Arbeitszeiten, den organisatorischen Herausforderungen, der digitalen Ausstattung von Schulen und Schüler:innen das grundsätzliche Gefühl, den Schüler:innen nicht das geben zu können, was sie bräuchten, um ihnen gerecht zu werden, was zu einem grundsätzlichen Gefühl der Überforderung führte. Einige Kolleg:innen berichteten, dass für sie auch die negative Darstellung von Lehrkräften in der Öffentlichkeit zu den gravierendsten derzeitigen Belastungen zählt.

 

Die Informations- und Kommunikationspolitik des Kultusministeriums nahm einen großen Teil der Aussprache ein. Kreisvorsitzender Andi Hartmann brachte dazu die markantesten Ergebnisse einer landesweiten GEW-Umfrage mit. „Demnach ist für etwa 80 Prozent der befragten Lehrkräfte die Kommunikation zwischen Ministerium und Schulen weder transparent noch zielführend. Über 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Vorgaben zum Gesundheitsschutz an Schulen nur teilweise hilfreich waren, dass es zu wenig Unterstützung bei der Umsetzung der Hygienevorgaben gab und die Inzidenzgrenzwerte für Schulöffnungen und -schließungen sowie Wechselunterricht nicht nachvollziehbar gewählt waren. Als Note erhält das Ministerium eine 4,77. Im Zeugnis wäre dies ein mangelhaft.“

 

Zum Thema Schüler:innenbeförderung prangerte Monika Gütlein an, dass für den Transport keine Verstärkerbusse eingesetzt worden sind. „Die Busse sind voll wie eh und je und Hygienekonzepte, wie sie in den Schulen praktiziert werden, sind hier ausgesetzt.“

 

Das Förderprogramm der Staatsregierung „gemeinsam Brücken bauen“ besser bekannt unter dem Namen „Sommerschule“ nahm die neu gewählte Personalrätin Christine Zenk unter die Lupe. Mit 20 Millionen Euro, die der Freistaat bis zum 12. September dieses Jahres bereitstellt, sollen Wissenslücken in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik geschlossen werden. Dazu muss externes Personal gewonnen werden, aber da der Markt hier leergefegt ist, versucht das Kultusministerium, seine Verantwortung auf völlig ausgebrannten Schulleitungen abzuwälzen. Diese sollen jetzt das Personal finden.

Hierzu merkte Karin Jackermeier, Personalrätin an der Pestalozzischule an, dass die Schüler:innenbeförderung in den Sommerferien aufgrund der Freiwilligkeit des Angebotes nicht gewährleistet sei, und davon auszugehen ist, dass besonders in den ländlichen Regionen Bayerns nicht alle Schüler:innen, die an der Sommerschule teilnehmen möchten, problemlos zur Schule kommen können.

 

Abschließend wagten die Teilnehmer noch einen Ausblick ins neue Schuljahr, der angesichts der steigenden Infektionen der Delta-Variante allerdings recht trüb ausfiel. Die Staatsregierung behaupte zwar vollmundig, der Präsenzunterricht habe Vorrang, aber wirklich viel tue sie dafür nicht. „Vom Versprechen, die notwendigen Luftfilteranlagen mit 50% vom Freistaat zu bezuschussen, blieben nur noch 1.750 E pro Raum übrig“, berichtete Karl Waldmann aus einer Sitzung des Kreisrats. (vgl. NN 23.7). „Gute Luftfilteranlagen mit Aktivkohlefilter kosten aber weit über das Doppelte“, so Waldmann.

Andi Hartmann stellte zum Abschluss der Sitzung die GEW-Vorstellungen zum Umgang mit dem durch Corona ausgefallenen Stoff vor. So müssten über die nächsten zwei bis drei Jahre in den Fachlehrplänen Streichungen durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) vorgenommen werden. Zentral und verbindlich für alle Schulen, um Zeit für das Nachholen wichtiger verpasster Inhalte mit der ganzen Klasse zu gewinnen. Auch wäre momentan genau die richtige Zeit, um über die Anzahl und Art der Leistungserhebungen nachzudenken. Eine moderne Leistungsmessung sieht anders aus als die punktuelle Wiedergabe von Wissen.

Allerdings schwebt über allem wie ein Damoklesschwert der eklatante, hausgemachte Lehrer:innenmangel an Grund- Mittel- und Förderschulen.

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