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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Oberfranken
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft                                                  Oberfranken

Schul-un-wesen 

oder:  was wir an unseren Schulen ändern müssen...

Persönlich fördern statt leidvoll sortieren
Pers.fördern 2016-03.pdf
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Wilhelm Busch von den Lippen abgelesen:

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Ach, man muss nicht nur von bösen

Kindern hören oder lesen.

Sondern auch von Schulsystemen,

Schulen, die das Recht sich nehmen

Kinder, statt zu integrieren,

Gnadenlos zu selektieren,

 

Statt zum Lernen sie zu bringen,

Fastfood-Paukerei erzwingen,

Statt didaktisch sie zu mästen,

Stoff zum Fraß hinwerfen, testen

 

Auf Verderb und auf Gedeihen,

Heißt: ihn wieder auszuspeien,

Um den Inhalt der geleerten

Schülerhirne zu bewerten.

 

Kann bei solcherlei Betreiben

Irgendetwas hängen bleiben?

Nein! Das weiß die Lehrkraft hie,

Das ist Bildungs-Bulimie.

 

Statt Erkenntnis kriegt man Noten,

Lebenschancen-Zuteilquoten.

Dies macht Schule abgrundschlecht,

Unsozial und ungerecht.

 

Doch obwohl das viele spüren,

Will man am System nicht rühren,

Bleibt in Bayern man dabei,

Gliedert Schulen eins, zwei, drei.

 

Vorn steh’n Länder, die beizeiten,

Setzten auf Gemeinsamkeiten,

Ihre Schulen reformierten,

Inkludierend strukturierten.

 

Doch anstatt durch solche Lehren

Sich zum Guten zu bekehren,

Hat verkündet man im Nu:

Schulstruktur? Bei uns tabu!

 

Vor ein paar Jahr`n traf die Nation,

Herrn Munoz` UNO-Inspektion.

So wurde, was man hier getrieben,

Angeschaut und aufgeschrieben:

Dass „Begabung“ hierzuland

Hängt, das ist `ne große Schand`,

Wie sonst nirgends auf der Welt,

Am sozialen Rang und Geld.

 

Lasst uns die Trennung abservieren!

Ohne Noten inkludieren!

Haupt-, Real- und Förderschulen,

Gymnasien und and`re Schulen,

Allerorts, an allen Plätzen,

Streichen und wie folgt ersetzen:

Eine Schul’ mit Jahrgang 1 bis 10,

In die alle gerne geh`n.

 

Nun, es scheint, zu diesem Ziel

Ist der Weg noch weit, steht viel

Überzeugungsarbeit an.

Doch, zum Glück, man sagen kann,

Reformer*innen war nie bang,

Und ihr Atem, der ist lang.

Denn Visionen und Ideen

Können sie vom End’ her sehen.

 

Doch zu solcher Wissenschaft,

Braucht es Überzeugungskraft.

Bildung, das weiß lang man schon,

Das ist die Investition

In die Zukunft uns`rer Welt.

Und Deutschland mangelt’s nicht an Geld.

Statt im Klagen zu verweilen

Müssen wir es neu verteilen!

 

Lasst uns die Regierung nerven,

Aktivieren die Reserven,

Lasst uns nutzen unsre Schätze,

Freie Kindergartenplätze!

Weg mit Bildungsbarrieren!

Lasst uns fördern Karrieren!

Hochschulbildung nicht verschulen!

Kostenfreie Volkshochschulen!

 

Lasst uns handeln,

Nicht bloß reden,

Bildung, das betrifft doch jeden!

Bildung ist ein Menschenrecht!

(Wenn’s schon so wär’,
dann wär’s nicht schlecht!)

Deshalb lautet der Beschluss,

dass Politik viel lernen muss!

 

 

 

              Ursprüngliche Textvorlage vom Kollegen Michael Hüttenberger anno 2007,

            aktualisiert 2018 von Ernst Wilhelm, stellv. Vors. d. GEW Oberfranken                                           

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