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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW Oberfranken
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft                                           GEW Oberfranken

Schul-un-wesen 

oder:  was wir an unseren Schulen ändern müssen...

Persönlich fördern statt leidvoll sortieren
Pers.fördern 2016-03.pdf
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Wilhelm Busch stand wohl Pate, als sich Kollege Michael Hüttenberger 2007 seinen Reim auf das deutsche Bildungsunwesen machte.
Hier meine Aktualisierung
:

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Ach, man muss nicht nur von bösen

Kindern hören oder lesen.

Sondern auch von Schulsystemen,

Die partout das Recht sich nehmen,

Inklusion zu ignorieren,

Und wie gewohnt fein selektieren,

 

Statt zum Lernen uns zu bringen,

Fastfood-Paukerei erzwingen,

Statt Angeboten - nur die besten -

Stoff zum Fraß hinstellen, testen,

Auf Verderb und auf Gedeihen,

alles wieder auszuspeien,

Um den Inhalt der geleerten

Schülerhirne zu bewerten.

 

Kann bei solcherlei Betreiben

Irgendetwas hängen bleiben?

Nein! lehrt Padagogik. Wie?

Das ist Bildungs-Bulimie.

 

Statt Erkenntnis gibt es Noten,

Lebenschancen-Zuteilquoten.

So wird Schule richtig schlecht,

Unsozial und ungerecht.

 

Ob dich was anspricht oder nicht:

Musst brav erfüllen du die Pflicht.

Denn du weißt, sonst gibt es kein

Lob und "sehr gut" auf dem Schein.

 

Denk doch an später, da ist`s ähnlich,

Willst du was verdienen nämlich,

Tu einfach das, was man dir sagt,
Nicht lang nach dem Sinn gefragt!

 

Doch obwohl das viele spüren,

Will man am System nicht rühren,

Bleibt in Bayern man dabei:

Gliedert Schulen eins, zwei, drei.

 

Gut steh’n Länder, die beizeiten,

Setzten auf Gemeinsamkeiten,

Ihre Schulen reformierten,

Kinderherzen respektierten.

 

Doch anstatt durch solche Lehren

Sich zum Guten zu bekehren,

Hat verkündet man im Nu:

Schulstruktur? Bei uns tabu!

 

2009 traf die Nation,

Munoz` UNO-Inspektion.

So wurde, was man hier getrieben,

Angeschaut und aufgeschrieben:

Dass „Begabung“ hierzuland

Hängt  -   und ist das nicht ne Schand`?  -

Wie sonst nirgends auf der Welt,

Am sozialen Rang und Geld.

 

Lasst uns die Trennung abservieren!

Ohne Noten inkludieren!

Haupt-, Real- und Förderschulen,

Gymnasien und and`re Schulen,

Allerorts, an allen Plätzen,

Streichen und wie folgt ersetzen:

Eine Schul’, Klass` 1 bis 10,

In die alle gerne geh`n.

 

Nun, es scheint, zu diesem Ziel

Ist der Weg noch weit, steht viel

Überzeugungsarbeit an.

Doch, zum Glück, man sagen kann,

Reformer*innen war nie bang,

Und ihr Atem, der ist lang.

Denn Visionen und Ideen

Können sie vom End’ her sehen.

 

Doch zu solcher Wissenschaft,

Braucht es Überzeugungskraft.

Bildung, das weiß lang man schon,

Das ist die Investition

In die Zukunft uns`rer Welt.

Deutschland mangelt’s nicht an Geld.

Statt im Klagen zu verweilen

Müssen wir es neu verteilen!

 

Lasst uns die Regierung nerven,

Aktivieren die Reserven,

Lasst uns nutzen unsre Schätze,

Für freie Kindergartenplätze!

Weg mit Bildungsbarrieren!

Lasst uns fördern Karrieren!

Hochschulbildung nicht verschulen!

Kostenfreie Volkshochschulen!

 

Lasst uns handeln, nicht bloß reden,

Lernen, das betrifft doch jeden!

Bildung ist ein Menschenrecht!

(Wenn’s schon so wär’, das wär nicht schlecht!)

Deshalb lautet der Beschluss,

dass Politik das lernen muss!

 

 

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Ernst Wilhelm, stellv. Vors. d. GEW Oberfranken, anno 2020                                          

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