GEW HOF
GEW HOF
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Oberfranken
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft                                                  Oberfranken

GEW  Hof - Wunsiedel

Ganz viel Entspannung und Kräftetanken in der Sommerpause wünschen wir allen unseren Mitgliedern!

Ab September finden dann wieder unsere GEW-Mitgliedertreffen statt:

Jeweils donnerstags,abwechselnd in Hof bzw. in Selb.             

                          (Änderungen vorbehalten.)                                                            

Die Mitgliedertreffen im neuen Schuljahr:

 

Donnerstag, 19. September,

19 Uhr

                                 Mitgliedertreffen in HOF

Restaurant "Chinagarten"

 

10. Oktober, 19 Uhr

in Selb

 

14. November, 19 Uhr

in Hof

 

12. Dezember, 19 Uhr

in Selb

 

16. Januar, 19 Uhr

Jahreshauptversammlung und Neujahrsempfang

Ort wird noch bekannt gegeben!

 

13. Februar, 19 Uhr

in Hof

 

12. März , 19 Uhr

in Selb

 

Buchtipp -

Neuerscheinung in Schwarzenbach / Saale

 

Das Frauenkonzentrations- und Außenlager Helmbrechts
Der Todesmarsch von Helmbrechts nach Volary CZ/Wallern
(10 Euro)
(mit Beiträgen u.a. von Ulrich Fritz, Stefan Pöhlmann, Klaus Rauh, Dr. Jörg Skriebeleit, Nanne Wienands, Regina Scholz )


In dieser Neuerscheinung von 2019 wird das unendliche Leiden, aber auch der Mut der vorwiegend jüdischen weiblichen Häftlinge auf ihrem Weg, kurz vor Kriegsende, nach Wallern (heute Volary, Tschechien) beschrieben.
Das Wegschauen der Bevölkerung.
Das Morden der Bewacherinnen und Bewacher der SS.
Die späte Versöhnung der Überlebenden.

Die sehr sehenswerte Gedenkstätte Langer Gang in Schwarzenbach/Saale (Nähe Bahnhof) (vgl. Website) hält weitere Infos bereit.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich, bei der Geschäftstelle der IG Metall in Münchberg sowie bei dem Vorstandsmitglied des Vereins gegen das Vergessen, Regina Scholz, in Oberkotzau.

                                 * * * * *

 

Auf den Spuren von Widerstand und Verfolgung in Hof - antifaschistischer Stadtrundgang mit Randolph Oechslein

 

Am 4. April unternahmen wir einen Erkundungsgang zu markanten Orten aus der Zeit der NS-Diktatur und des Gedenkens an Widerstand und Verfolgung.

 

Information und Aufklärung über die NS-Diktatur ist selbstverständliche Aufgabe von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.

Viel ist dort inzwischen geleistet worden, nicht zuletzt durch die

„Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“, durch

„Hof ist bunt und nicht braun“ und durch die VVN-BdA.

 

Auf der anderen Seite gibt es immer weniger Zeitzeugen. Überdies hat sich aufgrund des zunehmenden zeitlichen Abstandes der Bezug der jungen Generation zur NS-Geschichte verändert. Doch ist auch hier ein wesentliches Element der didaktischen Vermittlung die Konkretisierung – vor Ort und anhand von individuellen Schicksalen.

 

Erinnerungsarbeit ist immer konkret.

 

Der Rundgang fand großen Zuspruch und soll bei Gelegenheit wiederholt werden. Er soll Lehrkräften und anderen, in der Jugendarbeit Beschäftigten mehr lokalhistorische Sicherheit vermitteln und den Austausch darüber anregen.

 

* * * * *

Zu unserem Referenten:

Randolph Oechslein forscht seit vielen Jahren ehrenamtlich zu diesen Themen und hat bereits eine Reihe solcher Stadtführungen durchgeführt, vor allem für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Die Konzeption des „antifaschistischen Stadtrundganges durch Hof“ wurde von ihm entwickelt.

 

 

                    

                         GEW Hof-Wunsiedel

Kontakt:

Karlheinz Edelmann, Kreisvorsitzender

edekarl@yahoo.de

 

 

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                      Ein Beitrag zur Lokalgeschichte des Hofer Schulsystems:

               Schulen unterm Hakenkreuz“

 

Der Vortrag von Dr. Axel Herrmann, dem langjährigen Vorsitzenden des „Langnamen-Vereins“, auf Einladung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hof-Wunsiedel (GEW), im November 2017, stieß auf lebhaftes Interesse. Karlheinz Edelmann und Sebastian Lehmann vom GEW-Kreisvorstand konnten ein großes Publikum in der Hofecker-Mittelschule begrüßen, in der einstmals nach dem NSDAP-Gauleiter Hans Schemm benannten Schule....

 

Seine Bilanz zur NS-Schulpolitik fiel wenig vorteilhaft aus: An einem Ausbau der Schulen bestand kaum Interesse. Der Hofer SS-Mann, Oberbürgermeister Dr. Wendler, Schwager des Reichsführers – SS, Himmler, engagierte sich viel lieber für den Bau einer Kaserne, um aus Hof eine Garnisonstadt zu machen. Selbst für das neue Projekt der sog. „Deutschen Hauptschule“ aus dem Jahr 1941, von dem Dr. Herrmann erstmals berichtete, gab es keinen Neubau. Aus ihr sollte eine NS-Eliteschule geformt werden, wozu es allerdings nicht kam. 1942 wurde sie - wie später drei weitere Schulen - behelfsmäßig in der Schillerschule einquartiert.

 

Als frisch eingesetzter bayrischer Kultusminister hatte Hans Schemm den „Aufbruch der Nation“ auch an den Schulen verkündet. Flugs wurden die Lehrpläne im nationalsozialistischen Sinne umgeschrieben und das Führungspersonal ausgewechselt.

 

Vorbei war es mit dem Vorschlagsrecht der Stadt Hof. Schulleiter wurden direkt von der Nazipartei eingesetzt, unter ihnen noch heute bekannte Lehrpersönlichkeiten wie Friedrich Ebert. Der bereits seit 1919 amtierende Stadtschulrat Christian Wolfrum wurde nahtlos übernommen. Dieser war nach eigener Aussage „glücklich“, dass er „am Aufbau des Dritten Reiches noch mitarbeiten durfte“, wie der Referent zitierte....

Die Schulen wetteiferten darum. wer die meisten Mitglieder für die Hitlerjugend (HJ) bzw. den BDM – Bund deutscher Mädel – rekrutierte. Fleißig geworben wurde auch für den „Landdienst der HJ“. Heiterkeit rief der Titel einer dieser Broschüren hervor: „Auch dich ruft der deutsche Boden!“ In Hof meldeten sich beim ersten Anlauf trotz der Verlockung, im Osten „Wehrbauer“ zu werden, nur eine Handvoll Freiwilliger.

 

Nach dem Überfall Hitlers auf Polen geriet der Unterricht mehr und mehr ins Hintertreffen: Viele Lehrer wurden an die Front abkommandiert, ihre Schüler wurden als Hilfskräfte und als Altstoff-Sammler eingespannt. Die aufgelesenen Blechbüchsen, Kartoffelkäfer, Frontbücher etc. wurden säuberlichst in Listen erfasst. Außer mit solcher Beschäftigung verbrachte das verbliebene Lehrerkollegium den Nachmittag nicht mit Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen, sondern ebenfalls im anderweitigen „Arbeitseinsatz“.

 

Der NS-Stadtschulrat Christian Wolfrum hatte außerdem vollauf zu tun mit dem Verteilen der Pamphlete aus dem Reichspropaganda-Ministerium an die Schulen in Hof, zwecks Mobilisierung für den „Endsieg“. Und die Eltern? Viele von ihnen behielten ihre Kinder einfach zu Hause, nicht zuletzt wegen der Gefährdungen auf dem oft quälend weiten Schulweg....

Dr. Herrmann streifte abschließend auch die Nachkriegszeit und die vielen „Fragwürdigkeiten der Entnazifizierung“. Exemplarisch nannte er einen Rektor Walther, der als „politischer Fanatiker und Gewaltmensch“ (so Herrmann) nach 1945 sofort entlassen wurde. Ähnlich ein – von Anwesenden als allgemein verhasst beschriebener - Lehrer Wilhelm Stark, der grundsätzlich in SA-Uniform unterrichtete. Er gehörte zu den vielen belasteten Lehrkräften, die wie auch der Stadthistoriker Dr. Dietlein schon bald wieder in den Schuldienst zurückkehren konnten.

 

Aber gab es denn keine „Aufrechten“ unter den Hofer Lehrkräften, ganz zu schweigen von Widerstandskämpfern? Nur wenig ist bislang darüber geforscht worden. Feststeht: Oppositionelle Lehrkräfte, an erster Stelle Kommunisten und Sozialisten wie auch jüdische Pädagogen, hatten gleich nach der Machtübertragung an Hitler in ganz Deutschland per Gesetz Berufsverbot erhalten.

 

Der Referent bestätigte Hinweise aus dem Publikum, dass in Rudolf Machts Werk zur Hofer Arbeiterbewegung immerhin zwei antifaschistischen Pädagogen auftauchen: Die Volksschullehrer Triebel und Borger. Letzterer wurde 1938 wegen Mitgliedschaft in einer Widerstandsgruppe für ein Jahr nach Dachau abtransportiert.

 

Axel Herrmann verwies außerdem auf den Studienrat Karl Kleyer und auf Dr. Jonas Mehling, der im Juli 1945 als „Unbelasteter“ zum kommissarischen Stadtschulrat ernannt wurde. Der Religionslehrer Kleyer hatte im Evangelischen Gemeindeblatt vom 8.3.1936 geschrieben:: „Wenn herrschende Gewalt ihre von Gott aufgetragenen Pflichten vergißt (…), muß ein sittlich gesundes Volk sich wehren.“ Das Blatt wurde 1938 auf Betreiben des NS-Kreisleiters Kuhr durch die Gestapo verboten....

(Aus unserem Pressebericht über den Vortrag von Dr. Axel Herrmann bei der GEW Hof-Wunsiedel am 16.12. 2017)

 

 

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Wir wünschen allen Mitgliedern

Energie, Einfallsreichtum und viel Mut

zur nötigen Veränderung

(nicht nur) des Bildungssystems -

es ist an der Zeit !

 

 

 

 

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