GEW HOF
GEW HOF
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Oberfranken
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft                                                  Oberfranken

GEW  Hof - Wunsiedel

          

 

Unser nächstes GEW-Mitgliedertreffen:

 

Donnerstag, 15. März, 19 Uhr,

in SELB, "Jahnstuben" (Jahnstr. 35)

 

Alle Mitglieder und interessierte Kolleginnen und Kollegen sind dazu herzlich eingeladen!

 

Und bitte schon mal vormerken:

 

Donnerstag, 26. April,

Filmvorführung

"Schule - Schule - die Zeit nach Berg Fidel"

19 Uhr, im Galeriehaus in HOF

(Sophienberg; 10 Min. vom Hbf)

 

Donnerstag, 17. Mai,

Veranstaltung mit dem

bekannten Antifaschisten und GEW-Kollegen

Ernst Grube

in WUNSIEDEL

(Einzelheiten zu dem genauen Ort und der Zeit

werden noch bekannt gegeben.)

 

* * *

          Unser Pressebericht über den

Vortrag von Dr. Axel Herrmann bei der GEW am 16.12. 17 -

   Hofer Schulen unterm Hakenkreuz“

 

Der Vortrag von Dr. Axel Herrmann, dem langjährigen Vorsitzenden des „Langnamen-Vereins“, auf Einladung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hof-Wunsiedel (GEW) stieß auf lebhaftes Interesse. Karlheinz Edelmann und Sebastian Lehmann vom GEW-Kreisvorstand konnten ein großes Publikum in der Hofecker-Mittelschule begrüßen, in der einstmals nach dem NSDAP-Gauleiter Hans Schemm benannten Schule.

 

So zeigte der Referent eingangs ein Foto aus jener Zeit von der Turnhalle: Bei der Feier anlässlich der Umbenennung nach dem Gründer des NS-Lehrerbundes sitzen dort in dichten, dunklen Reihen uniformierte SA- und SS-Chargen. Das Bild war nur eines der vielen beklemmenden oder bizarren Dokumente, die Dr. Herrmann, der frühere Schulleiter des Reinhardt-Gymnasiums, mitgebracht hatte.

 

Seine Bilanz zur NS-Schulpolitik fiel wenig vorteilhaft aus: An einem Ausbau der Schulen bestand kaum Interesse. Der Hofer SS-Mann, Oberbürgermeister Dr. Wendler, Schwager des Reichsführers – SS, Himmler, engagierte sich viel lieber für den Bau einer Kaserne, um aus Hof eine Garnisonstadt zu machen. Selbst für das neue Projekt der sog. „Deutschen Hauptschule“ aus dem Jahr 1941, von dem Dr. Herrmann erstmals berichtete, gab es keinen Neubau. Aus ihr sollte eine NS-Eliteschule geformt werden, wozu es allerdings nicht kam. 1942 wurde sie - wie später drei weitere Schulen - behelfsmäßig in der Schillerschule einquartiert.

 

Als frisch eingesetzter bayrischer Kultusminister hatte Hans Schemm den „Aufbruch der Nation“ auch an den Schulen verkündet. Flugs wurden die Lehrpläne im nationalsozialistischen Sinne umgeschrieben und das Führungspersonal ausgewechselt.

 

Vorbei war es mit dem Vorschlagsrecht der Stadt Hof. Schulleiter wurden direkt von der Nazipartei eingesetzt, unter ihnen noch heute bekannte Lehrpersönlichkeiten wie Friedrich Ebert. Der bereits seit 1919 amtierende Stadtschulrat Christian Wolfrum wurde nahtlos übernommen. Dieser war nach eigener Aussage „glücklich“, dass er „am Aufbau des Dritten Reiches noch mitarbeiten durfte“, wie der Referent zitierte.

 

Sehr vielfältig war das Material, mit dem Axel Herrmann den angeblichen „geistigen Aufbruch“ illustrieren konnte: Stundenpläne (für Jungen und Mädchen unterschiedlich) und Zeugnisse, in denen jeweils die „Leibeserziehung“ an erster Stelle stand; Pflichtlektüre-Listen für das Fach Deutsch, wo es von Werken der Blut- und-Boden-Heimatliebe und des Opfermuts im Krieg nur so wimmelte – angefangen von Gorch Fock und Hermann Löns bis hin zur Schwester des Nazi-Märtyrers Horst Wessel und Ernst Jüngers Kriegsschrift „Der Krieg als inneres Erlebnis“.

 

„Opfer und Dienen“ waren Schlüsselbegriffe der NS-Ideologie, ganz abgesehen von der ständigen Einschwörung auf künftiges Herrenmenschentum. In bebilderten Heften aus dem Bucher-Verlag wurden die Kinder instruiert über „Vererbung und Rasse“. Zeichnungen „fälischer“ oder „ostischer“ etc. Köpfe von vorn und im Profil klärten sie auf über die Unterschiede zwischen höher- und minderwertigen Rassen.

 

Die Schulen wetteiferten darum. wer die meisten Mitglieder für die Hitlerjugend (HJ) bzw. den BDM – Bund deutscher Mädel – rekrutierte. Fleißig geworben wurde auch für den „Landdienst der HJ“. Heiterkeit rief der Titel einer dieser Broschüren hervor: „Auch dich ruft der deutsche Boden!“ In Hof meldeten sich beim ersten Anlauf trotz der Verlockung, im Osten „Wehrbauer“ zu werden, nur eine Handvoll Freiwilliger.

 

Nach dem Überfall Hitlers auf Polen geriet der Unterricht mehr und mehr ins Hintertreffen: Viele Lehrer wurden an die Front abkommandiert, ihre Schüler wurden als Hilfskräfte und als Altstoff-Sammler eingespannt. Die aufgelesenen Blechbüchsen, Kartoffelkäfer, Frontbücher etc. wurden säuberlichst in Listen erfasst. Außer mit solcher Beschäftigung verbrachte das verbliebene Lehrerkollegium den Nachmittag nicht mit Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen, sondern ebenfalls im anderweitigen „Arbeitseinsatz“.

 

Der NS-Stadtschulrat Christian Wolfrum hatte außerdem vollauf zu tun mit dem Verteilen der Pamphlete aus dem Reichspropaganda-Ministerium an die Schulen in Hof, zwecks Mobilisierung für den „Endsieg“. Und die Eltern? Viele von ihnen behielten ihre Kinder einfach zu Hause, nicht zuletzt wegen der Gefährdungen auf dem oft quälend weiten Schulweg.

 

Als letztes Bild zeigte Dr. Herrmann eine weitere Aufnahme von der Schulturnhalle: Verhärmte, verängstigte Gesichter geflüchteter Kinder und Erwachsener schauen da in die Kamera, kauernd oder liegend auf Pritschen, dicht an dicht.

 

Dr. Herrmann streifte abschließend auch die Nachkriegszeit und die vielen „Fragwürdigkeiten der Entnazifizierung“. Exemplarisch nannte er einen Rektor Walther, der als „politischer Fanatiker und Gewaltmensch“ (so Herrmann) nach 1945 sofort entlassen wurde. Ähnlich ein – von Anwesenden als allgemein verhasst beschriebener - Lehrer Wilhelm Stark, der grundsätzlich in SA-Uniform unterrichtete. Er gehörte zu den vielen belasteten Lehrkräften, die wie auch der Stadthistoriker Dr. Dietlein schon bald wieder in den Schuldienst zurückkehren konnten.

 

Aber gab es denn keine „Aufrechten“ unter den Hofer Lehrkräften, ganz zu schweigen von Widerstandskämpfern? Nur wenig ist bislang darüber geforscht worden. Feststeht: Oppositionelle Lehrkräfte, an erster Stelle Kommunisten und Sozialisten wie auch jüdische Pädagogen, hatten gleich nach der Machtübertragung an Hitler in ganz Deutschland per Gesetz Berufsverbot erhalten.

 

Der Referent bestätigte Hinweise aus dem Publikum, dass in Rudolf Machts Werk zur Hofer Arbeiterbewegung immerhin zwei antifaschistischen Pädagogen auftauchen: Die Volksschullehrer Triebel und Borger. Letzterer wurde 1938 wegen Mitgliedschaft in einer Widerstandsgruppe für ein Jahr nach Dachau abtransportiert.

 

Axel Herrmann verwies außerdem auf den Studienrat Karl Kleyer und auf Dr. Jonas Mehling, der im Juli 1945 als „Unbelasteter“ zum kommissarischen Stadtschulrat ernannt wurde. Der Religionslehrer Kleyer hatte im Evangelischen Gemeindeblatt vom 8.3.1936 geschrieben:: „Wenn herrschende Gewalt ihre von Gott aufgetragenen Pflichten vergißt (…), muß ein sittlich gesundes Volk sich wehren.“ Das Blatt wurde 1938 auf Betreiben des NS-Kreisleiters Kuhr durch die Gestapo verboten.

 

In Hof gibt es nur eine einzige Schule, die nach dem Ende des NS-Regimes den Namen eines Lehrers erhielt: die „Christian-Wolfrum-Schule“.

Wie es dazu kam, dass ausgerechnet dem einstigen NS-Schulrat diese Ehre zufiel? Dies genauer zu beleuchten wird wohl einem weiteren Vortrag des Historikers Herrmann vorbehalten bleiben.           E.P.

 

 

 

GEW- Mitgliedertreffen und

                    Termine 2018 im Überblick                      (Änderungen können aktuell notwendig werden)        

 

Do, 18. Januar ( in Selb)

      

               ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** **                              

 

GEW stellt sich breiter auf /

Gemeinsame Jahreshauptversammlung 2016 beschließt Fusion zu Kreis Hof-Wunsiedel /

Solidarität mit verfolgter türkischer Lehrerin

 

Auf breiterer Basis, nämlich auf zwei „Füßen“, steht künftig die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in der Region. Erstmals kamen die Mitglieder aus zwei Kreisen zu einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Krone“ im adventlichen Rehau zusammen. Der GEW-Kreis Hof und der GEW-Kreis Wunsiedel, Marktredwitz und Selb hatten sich nach einigen Vorberatungen zu der Fusion entschlossen. Die monatlichen Mitgliedertreffen sollen ab Januar gemeinsam und abwechselnd in Hof bzw. in Selb stattfinden.

 

Jeweils nahezu einstimmig gewählt wurde ein gemeinsamer Vorstand der neu formierten GEW Hof-Wunsiedel sowie die Delegierten zur bayrischen GEW-Delegiertenversammlung vom Ende März in München. Nicht zuletzt wurde eine Reihe langjähriger Mitglieder geehrt.

Den Vorsitz übernimmt der bisherige Hofer Vorsitzende Karlheinz Edelmann und als einer der beiden Stellvertreter Sebastian Lehmann. Beide Lehrer sind aus Hof und wurden im Sommer in die Schulpersonalräte von Landkreis Hof bzw. Hof Stadt wiedergewählt. Der zweite Stellvertreter, Rudi Kirschneck, ist seit langem in Selb aktiv. Bernd Mangei (Fattigau) führt nun in bewährter Manier in beiden Kreisen die Kassierung fort. Als Revisoren stellten sich Lilo Foff (Selb) und Günter Wolf (Naila) zur Verfügung.

Eva Petermann (Hof) kandidierte nicht mehr für den Kreisvorstand. Sie ist allerdings nach wie vor im GEW-Bezirksvorstand für die Pressearbeit verantwortlich und vertritt die GEW im Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Fred Leidenberger (Weißenstadt), der Jahrzehnte lang als GEW-Vorsitzender viel bewegt hat in der östlichsten Region Oberfrankens, mochte nicht mehr kandidieren. Er erhielt viel Beifall für sein konsequentes Engagement. Nicht zuletzt beteiligte sich die GEW regelmäßig an den Protestaktionen gegen Nazi-Aufmärsche in Wunsiedel. In Selb sind GEW-Mitglieder u.a. aktiv in der dortigen Flüchtlingsinitiative.

Auch Karlheinz Edelmann konnte in seinem kurzen Rückblick auf eine Reihe von GEW-Aktivitäten in Hof verweisen, angefangen von Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen bis hin zur Mitarbeit in Personalräten, im DGB oder in Bündnisorganisationen wie „Hof ist bunt, nicht braun“ u.a.

Als Delegierte zum Gewerkschaftstag nach München reisen werden Ulrich Hahn und Eva Petermann (beide aus Hof) sowie Dorothea Schmid aus Selb, langjähriges Mitglied im Landkreis-Personalrat.

 

Einen Höhepunkt der Versammlung bildete die Ehrung langjähriger Mitglieder. Liselotte Foff , Elke Schlecht und Rudi Kirschneck (alle drei aus Selb) sowie Irmgard Gottfried (Marktredwitz) und Heinz Schaefer (Hof) erhielten einen Buchgutschein als Dank für 40-jährige Mitgliedschaft wie auch die „Spitzenreiter“ Günter Wolf aus Naila und der Hofer Dieter Schall: Die zwei Gewerkschafter haben der Bildungsgewerkschaft sogar stolze 45 Jahre die Treue gehalten.

Letzterer war allerdings verhindert ebenso wie Angelika Edelmann (Hof), Gertrud Gutmann (Stammbach) und Klaus Schelter (Münchberg). Sie können jeweils auf vier Jahrzehnte GEW-Mitgliedschaft zurückblicken.

 

Abschließend wurde über Anregungen für die künftige Arbeit beraten und ein Solidaritätsantrag verabschiedet:

Darin erklärt sich die GEW Hof-Wunsiedel solidarisch mit einer von Gefängnis bedrohten türkischen Lehrerin. Sakine Yilmaz, bisherige Generalsekretärin der Bildungsgewerkschaft Egitim Sen, sah sich gewungen in Deutschland Asyl zu beantragen. In der Türkei drohen ihr über 20 Jahre Haft wegen ihrer gewerkschaftlichen Aktivitäten.

Die GEW beschloss eine Spende von 200 Euro zur Unterstützung der verfolgten Gewerkschafterin und ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Türkei.

Bitte weitere Spenden an:

Heinrich-Rodenstein-Fonds

Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale

IBAN: DE 88 5005 0000 0084 0001 24

BIC: HELADEFF

Stichwort: Hilfe für verfolgte Gewerkschafter                      

      

 

Wir wünschen allen Mitgliedern

Energie und Einfallsreichtum  und

viel Mut zur nötigen Veränderung (nicht nur)

des Bildungssystems -

es ist an der Zeit !

 

Kontakt: Karlheinz Edelmann, Kreisvorsitzender

edekarl@yahoo.de

 

 

 

 

Günter Wolf (Naila)

Ulrich Hahn (Hof)

Rudi Kirschneck (Selb)

Bernd Mangei (Fattigau)

Karlheinz Edelmann (Hof)

Irmgard Gottfried (Marktredw.)

Heinz Schäfer (Hof)

Elke Schlecht (Selb)

Dorothea Schmid (Selb)

Liselotte Foff (Selb)

Eva Petermann (Hof)

Sebastian Lehmann (Hof)

 
Foto: Fred Leidenberger (Weißenstadt)

 

Die bisherigen Kreisverbände der GEW Hof und der GEW Marktredwitz- Selb-Wunsiedel beschlossen bei ihrer gemeinsamen Jahresversammlung am 8.12.16 den Zusammenschluss zur GEW Hof - Wunsiedel.

 

 

 

Schulbücher des Jahres 2018 ausgezeichnet (Tue, 20 Feb 2018)
>> Mehr lesen

Projekte für Jugenddemokratiepreis 2018 gesucht (Tue, 20 Feb 2018)
>> Mehr lesen

Große Koalition: Verwirrung um Vereinbarung zu Zeitverträgen (Tue, 20 Feb 2018)
>> Mehr lesen

Akkreditierungsrat: GEW künftig mit am Tisch (Tue, 20 Feb 2018)
>> Mehr lesen

GEW-Partnergewerkschaft UCU ruft zum Streik auf (Tue, 20 Feb 2018)
>> Mehr lesen

Druckversion Druckversion | Sitemap
© GEW-Oberfranken