Wohnortnahe Schulen

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GEW für wohnortnahe Schulen

 „Wohnortnahe Schulen statt Schulsterben“ hieß das Thema der oberfränkischen Bezirksversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Trotz massiver Widerstände in der Bevölkerung, so Bezirksvorsitzender Ernst Wilhelm, seien die meisten Teilhauptschulen schon aufgelöst, auch wenn die Gemeinden in den vergangenen Jahren hohe Summen in die Renovierung der Gebäude gesteckt hätten und damit gute Bedingungen für die wohnortnahen Bildungseinrichtungen vorlägen. „Das kommt dabei raus, wenn die Landesregierung den Argumenten der Bevölkerung kein Gehör schenkt, stattdessen die Gemeinden zu höheren Schulbuskosten und die Schüler zu längeren Schulwegen zwingt“, so Wilhelm.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern, Helmut Oskar Brückner, betonte, die geplante „Reform“ der Hauptschule in Bayern werde die Berufs- und Lebenschancen der Schülerinnen und Schüler nicht verbessern. Es sei unsinnig, Korrekturen des mangelhaften Systems am Ende der Schullaufbahn anzusetzen. Brückner: „Benachteiligte Kinder brauchen von Anfang an mehr Unterstützung und individuelle Förderung“.

Unseren Grundschulen werde bei zurückgehenden Schülerzahlen jahrgangsgemischte Klassen verordnet. Das wäre -  unter den Voraussetzungen kleiner Klassen und ohne Notendruck  -  keine falsche Maßnahme. Solange aber spätestens in Klasse 4 der Übertrittskampf alle Pädagogik zunichte mache, tauge auch dieser Weg nicht. „Ganze Regionen in Skandinavien standen vor 30 bis 40 Jahren vor dem gleichen Problem und trafen die ideale Entscheidung: Alle Schüler lernen bis zum Mittleren Abschluss gemeinsam“, so Brückner. „Die Schulen vor Ort mit individuellen Fördermaßnahmen bewirkten eine Lernatmosphäre und einen Leistungsschub, die jeden internationalen Vergleich bestehen. Das hätte die Landesregierung bei ihrem Besuch in Finnland erkennen können, aber sie schaute sich die dortigen erfolgreichen Schulen offenbar mit bayerischen Scheuklappen an und verfolgte nach ihrer Rückkehr die falsche Richtung weiter.“

 Mit den Bildungsgrundsätzen Skandinaviens wären nach Überzeugung der GEW auch viele Schwierigkeiten der anderen Schularten aus der Welt. Kommunen und Landkreise könnten sich millionenschwere Anbauten an Realschulen und Gymnasien sparen. Der GEW-Vorsitzende fasste seine Kritik so zusammen: „Das bayerische gegliederte Bildungssystem ist sozial besonders ungerecht und ineffektiv, weil das Potential vieler Schülerinnen und Schüler nicht ausgeschöpft wird. Dieses teuere und falsche System verschwendet Geld und gefährdet die Zukunft des Landes. Also müssen wir die Debatte über die Schulstrukturen gerade in Bayern verstärken.“

 
GEW-Oberfranken.