Ganztagsschule

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Ein Drittel will die Ganztagsschule

Erhebung des Schulamts an Bamberger Grundschulen – Stadt: Freistaat in der Pflicht

von Michael Wehner


Es war eine rein vorsorgliche Befragung des Staatlichen Schulamts, um die die Stadt Bamberg gebeten hatte – ohne finanzielle Verpflichtungen eingehen zu wollen. Bürgermeister Werner Hipelius ließ in der gestrigen Sitzung des Senats für Bildung, Kultur und Sport keine Gelegenheit aus zu betonen, dass die Stadt eines nicht kann: sich an der Einrichtung von Ganztagsschulen beteiligen. Das Ergebnis der an den Bamberger Grundschulen unter allen Jahrgangsstufen durchgeführten Umfrage zeigt trotz der offenen Frage einer Finanzierung eines deutlich: Der Anteil der Eltern, die sich eine Ganztagsschule wünschen ist erheblich. Rund 31 Prozent der Eltern von Bamberger Grundschülern votierten demnach für eine solche Einrichtung, während 51 Prozent mit dem bestehenden Angebot der Halbtagsschule offenbar zufrieden sind. 18 Prozent der Eltern enthielten sich der Meinung, wobei auch reichlich Kritik an der Befragung geäußert wurde, wie Gisela Bauernschmitt vom Staatlichen Schulamt berichtete. Manche Eltern sehen offenbar die Gefahr, dass der Staat durch die Ganztagschule zu viel Einfluss auf die Kinder ausübt, andere bezeichneten die Fragestellung als Stimmungsmache gegen die Ganztagsschule. Außer Zweifel ist das Interesse an einer ganztägigen Schule in älteren Jahrgängen noch wesentlich höher, wie Stadtrat Wolfgang Wußmann in der Sitzung deutlich machte. Wußmann, der als Klassleiter an der Luitpold-Hauptschule seit eineinhalb Jahren die erste (vom Freistaat finanzierte) Ganztagsklasse in Bamberg betreut, hat gute Erfahrungen gesammelt. Nach seinen Erkenntnissen ist die Ganztagsschule die „geeignete Antwort auf die geänderte gesellschaftlichen Verhältnisse“.

Dies ändert nichts daran, dass sich die Stadt Bamberg nicht in der Verpflichtung sieht, für ihre Grund- und Hauptschulen die Betreuung über die Mittagsstunden hinaus zu ermöglichen. Bürgermeister Hipelius: „Der Freistaat muss entscheiden, ob u nd wie viele Ganztagsschule er einrichtet.“ Wenn das Verfahren feststeht, soll ein Antrag gestellt werden.“ In der Zwischenzeit sollen auch an den Bamberger Gymnasien Erkundungen darüber eingezogen werden, wie hoch hier das Interesse an Ganztagsklassen ist.

 
GEW-Oberfranken.