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Einblicke ins Mittelalter (ca. 500 - 1500)
Die Zeit zwischen Antike und Neuzeit wird als Mittelalter bezeichnet. Beeindruckenden Zeugnissen dieser Ära (z.B. Burgen, Klöster und Kirchenbauten) stehen Berichte über große Einschränkungen und Not gegenüber. Die meisten Menschen lebten in kleinen Siedlungen und mussten sich als leibeigene Bauern plagen, um ihr täglich Brot und die Abgaben an die Grundherren, den Zehnt, zu erwirtschaften. Nur ein kleiner Teil der Landbewohner arbeitete als Handwerker, z.B. als Schmied, Müller oder Steinmetz. Aufgrund der widrigen Verhältnisse erreichten die Leibeigenen im Durchschnitt nur 35 Lebensjahre. Das Herrschaftsgebiet ihres Lehensherren durften sie nicht ohne Erlaubnis verlassen, jederzeit konnten sie zum Fron- oder Kriegsdienst herangezogen werden. Der Verlauf ihres Alltags war bestimmt durch die Vorgaben der Kirche und ihres Grundherren. ORA ET LABORA (lat.: Bete und arbeite!) war nicht nur der Leitspruch frommer Mönche, sondern auch die Pflicht der abhängigen Bauern.
Ungefähre Längenmaße nannte man z.B. Zoll, Fuß, Elle, Schritt oder Tagesreise, das gängige Flächenmaß hieß Tagwerk. In den Schreibstuben der Klöster wurden Bibeln und andere Kirchenbücher in lateinischer Sprache abgeschrieben und reich bebildert. Außer den Klosterbewohnern und Klerikern beherrschten nur wenige Adelige das Lesen und Schreiben. An die Regeln eines christlichen Lebens, die sie den Bauern vorschrieben, hielten sich viele hohe Geistliche keineswegs. Bischöfe und Päpste führten oft ein machtgieriges und ausschweifendes Dasein. Ihre Ämter waren nicht selten gekauft.
Erhielt eine größere Siedlung vom Kaiser das Stadtrecht, so veränderten sich dort die Machtstrukturen deutlich. Die Stadtbürger unterstanden nicht mehr einem Ritter oder Grafen. Die wohlhabenden Städter bestimmten ihre Bürgermeister und Ratsherren selbst. Durchreisende Kaufleute berichteten über andere Denk- und Lebensweisen. Die Handwerker bildeten Zünfte und regelten dort ihre beruflichen Interessen. Allerdings führten schlechte hygienische Verhältnisse hin und wieder zu verheerenden Epidemien. So konnte z.B. die Ausbreitung der Pest für große Teile der Bevölkerung in kurzer Zeit den qualvollen Tod bedeuten.
Einige historische Daten: Das Heer der Franken unter Karl Martell stoppte nicht nur den Siegeszug der Mohammedaner im Jahr 732 bei Tours, sondern unterwarf auch benachbarte germanische Stämme (z.B. Friesen, Alemannen und Bayern). Karl Martells Enkel, Karl d. Gr., setzte diese Machtpolitik fort und beherrschte ganz Westeuropa und Norditalien. Besonders grausam ging er gegen die Sachsen vor, als diese sich weigerten, die Bekehrung zum Christentum zu vollziehen. Anno 800 ließ sich der fränkische Herrscher vom Papst zum Kaiser und Beschützer der römischen Kirche krönen. Zum Schutz seiner Reichsgrenzen setzte er Markgrafen und Wehrbauern ein, zur Verwaltung seiner Pfalzburgen ernannte er Pfalzgrafen, seine Befehle überbrachten Sendgrafen in alle Teile des Reiches und berichteten ihm von ihren Beobachtungen. Nach dem Tod Karls d. Gr. teilten seine drei Söhne das Reich in drei Teile. Den Ostteil erhielt Ludwig „der Deutsche“.
Ausgrabungen auf dem Bamberger Domberg belegen, dass dort schon im 7. Jahrhundert eine Burg stand. Nach dem Ende der dortigen Burgherren, der Babenberger, schenkte Kaiser Otto II. diese CIVITAS PAPINBERC (lat.: Gemeinde Babenberg) im Jahr 973 dem Bayernherzog Heinrich „dem Zänker“. Dessen Sohn, der spätere Kaiser Heinrich II., vermachte die Burg seiner Gemahlin Kunigunde von Luxemburg als Hochzeitsgeschenk. Gegen den Willen des Würzburger Bischofs gründete Heinrich 1007 das Bistum Bamberg und ließ den ersten Bamberger Dom bauen. Nachdem dieser und auch sein Nachfolger abgebrannt war, wurde der dritte Dom im 13. Jahrhundert aus Stein errichtet, mit romanischen Rund- und gotischen Spitzbögen. In dieser Kathedrale steht das Grab des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde sowie des zweiten Bamberger Bischofs, der als Papst Clemens II. schon nach neun Monaten im Amt starb. Als bekannteste Sehenswürdigkeiten im Bamberger Dom gelten außerdem der „Bamberger Reiter“ und der aus Holz geschnitzte Marienaltar des Nürnberger Künstlers Veit Stoß.
Die Macht der deutschen Kaiser des Mittelalters wurde nicht nur durch Angriffe feindlicher Stämme, sondern auch durch machtbesessene Päpste und illoyale Landesfürsten immer wieder in Frage gestellt. Besonders die sieben Kurfürsten nutzten den Trumpf des Kaiserwahlrechts. Einen Tiefpunkt erreichte das Ansehen des Kaisertums anno 1077 beim Bußgang Heinrichs IV. nach Canossa, wo ihn der Papst mehrere Tage vor seiner Burg in den Alpen bei frostigen Temperaturen warten ließ, bevor er den Kirchenbann gegen den Kaiser aufhob.
Die Kreuzzüge im 12. Jahrhundert, gefordert von Päpsten und Bischöfen „zur Befreiung des heiligen Landes“, bedeuteten nicht nur ungezählte Opfer, sondern verstärkten auch die seit den Eroberungszügen der Kalifen bestehende Gegnerschaft zwischen Christentum und Islam. Die Anhänger beider Lager bezeichneten sich gegenseitig als „gottlos“ oder „ungläubig“ und schlugen unbarmherzig aufeinander ein. 1099 gelang den Kreuzrittern die Einnahme Jerusalems, 1187 eroberte das islamische Heer unter Sultan Saladin die Stadt und weitere Stützpunkte der Kreuzritter zurück.
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GEW-Oberfranken.
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