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Kultusministerium bestätigt:

Arbeitszeiterhöhung schafft Arbeitslosigkeit!

 

Junge Lehrkräfte werden entlassen – ältere verheizt

 

Im vergangenen Jahr feierte Kultusministerin Hohlmeier sich und die bayerische Staatsregierung noch mit über 5200 Neueinstellungen und einem „Verjüngungs-schub an den bayerischen Schulen“.

„Auch dieses Jahr setzt das Kultusministerium seine Selbstbeweihräucherung schamlos fort, obwohl die aktuellen Einstellungszahlen nicht den geringsten Anlass dafür bieten“, meint der Vorsitzende der bayerischen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Schorsch Wiesmaier.

 

Nicht einmal die Hälfte aller Bewerberinnen und Bewerber bekommen eine feste Anstellung, obwohl sie an den Schulen dringend gebraucht würden, damit wenigstens der Pflichtunterricht gehalten werden könnte - von Förderunterricht ganz zu schweigen.

So wurde zum Beispiel an den Hauptschulen selbst die wenige Zeit für zusätzliche Förderung von einer Wochenstunde pro 5. Klasse, die ab September eingeführt werden sollte, bereits im Vorfeld wieder gestrichen. Hauptschulen, die diese Förderung dennoch anbieten wollen, müssen dafür auf die Einführung des Faches Arbeitslehre in der 5. Klasse verzichten.

 

Von 5939 Bewerberinnen und Bewerbern werden nicht einmal die Hälfte fest angestellt. Es sind nur 2260, die mit einer festen Stelle rechnen können. Wobei sogar diese Zahl noch geschönt ist, weil sich darunter 556 „Zwangsteilzeit-Verträge“ befinden, die nur eine Drei-Viertel-Stelle umfassen.

Etwa 1100 Bewerberinnen und Bewerber werden mit befristeten Verträgen abgespeist, ebenfalls überwiegend in „Zwangsteilzeit“.

 

Auffällig ist, dass sich das Ministerium über die konkrete Übernahme-Quote bei den aktuellen Prüfungsabsolventen und - absolventinnen und aus der Warteliste ausschweigt:

Immerhin stammt ein gutes  Drittel der Bewerberinnen und Bewerber (nämlich 2.049) weder aus dem laufenden Prüfungsjahrgang noch aus der Warteliste.

Somit steht zu vermuten, dass ein gutes Drittel der Bewerbungen, und damit auch ein Großteil der jetzt dauerhaft übernommenen Lehrkräfte, sich aus den bereits – befristet oder mit einem „Supervertrag“ – beschäftigten Lehrerinnen und Lehrern rekrutiert.

Wenn dem so ist, heißt das, dass ihre Beschäftigung im bayerischen Schuldienst somit zum zweiten Mal von der Ministerin gezählt und abgefeiert wird.

 

Ältere Lehrkräfte müssen mehr und länger arbeiten, während  Tausende erfolgreich ausgebildete, hoch motivierte junge keine Anstellung bekommen oder zum Beispiel an den Grundschulen nur 22 Stunden unterrichten dürfen. Gleichzeitig müssen die älteren statt bisher 28 wegen des Arbeitszeitkontos und der Arbeitszeiterhöhung ab kommenden Schuljahr 30 Stunden unterrichten.

 

„Die Jungen entlassen – die Alten verheizen“, so charakterisiert Schorsch Wiesmaier die Personalpolitik an Bayerns Schulen.

 
GEW-Oberfranken.