von Leopold Teuscher
Zum Beginn des neuen Schuljahres werden voraussichtlich 184 Schüler
weniger als ein Jahr zuvor die Grund- und Hauptschulen im Landkreis
besuchen. Damit setzt sich der rückläufige Trend fort. Zur
Verdeutlichung: Im Schuljahr 2000/2001 gab es 11 386 Grund- und Hauptschüler
im Landkreis Bamberg. Im kommendenen Schuljahr werden es nur noch 10 704
Schüler sein, wie Schulamtsdirektor Dr. Walter Siegel in einem
Pressegespräch erläuterte.
Geburtenschwache Jahrgänge bekommen vor allem die Grundschulen zu spüren,
die gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 199 Schüler abnehmen. Dennoch
werden wiederum 279 erste bis vierte Klassen mit 6 635 Schülern gebildet.
In der Hauptschule verringert sich die Klassenzahl bei annähernd gleich
bleibenden 4 069 Schülern von 193 auf 184.
Großer Beliebtheit erfreuen sich die M-Züge an den vier Standorten
Baunach, Burgebrach, Hirschaid und Scheßlitz, die von den Jahrgangsstufen
sieben bis zehn zur mittleren Reife führen. Durchwegs konnten wieder
jeweils zwei siebte Klassen gebildet werden, lediglich in Hirschaid
reichten 25 Neuanmeldungen nur für eine M-7-Klasse aus.
Insgesamt besuchen dann 734 Schüler die 32 M-Klassen an den vier
Standorten, wobei der Landkreis die Beförderungskosten für auswärtige
Schüler übernimmt. Die Ehre, ein M-Standort zu sein, müssen sich die
betreffenden Gemeinden als Sachaufwandsträger der Schulen auch weiterhin
etwas kosten lassen. Sie bekommen nämlich keine Gastschulbeiträge und müssen
dabei auf erkleckliche Summen verzichten.
Von der Einführung der M-Klassen hatte sich das bayerische
Kultusministerium eine Stärkung der Hauptschule erhofft. Doch die Übertritte
an Gymnasien, Realschulen und Wirtschaftsschule sind deshalb nicht weniger
geworden. 53,74 Prozent der Viertklässer werden zum neuen Schuljahr an
eine dieser weiterführenden Schulen wechseln, allein fast 33 Prozent an
die Gymnasien. Weitere 9,73 Prozent gehen nach der fünften
Jahrgangsstufe, 6,36 Prozent nach der sechsten Klasse. Zieht man schließlich
die Absolventen der M-Züge ab, verbleibt nur noch ein geringer Teil an
der „normalen“ Hauptschule.
Amtsleiter Dr. Siegel, sein Stellvertreter, Schulamtsdirektor Günter
Knorr, sowie Schulrat Peter Kobier sehen diese Entwicklung mit Besorgnis.
Nicht wenige Kinder stünden unter großem Erwartungsdruck ihrer Eltern, könnten
nur mit Nachhilfestunden den Wechsel auf die weiterführenden Schulen
schaffen, andererseits bluteten die Hauptschulstandorte aus.
So müssen heuer Hauptschüler umgesprengelt werden. Elf Sechstklässer
der Volksschule Pommersfelden gehen künftig nach Mühlhausen, zehn
Hauptschüler der achten Jahrgangsstufe in Rattelsdorf besuchen künftig
in Zapfendorf den Unterricht.
Burgwindheim und Ebrach haben nur noch Grundschulen. Die Hauptschüler
aus Burgwindheim fahren künftig nach Burgebrach, die Ebracher ins unterfränkische
Rauhenebrach. Auch in Gundelsheim, Drosendorf/Merkendorf und Lichteneiche
gibt es nur noch Grundschulklassen. Die Hauptschüler werden in
Memmelsdorf zusammengefasst. Noch fraglich ist, ob in Kemmern, Viereth/Trunstadt
und Schönbrunn die notwendige Zahl von Schülern für die fünfte bzw.
sechste Jahrgangsstufe am ersten Schultag erreicht wird.