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Mit Beginn des neues Schuljahres ist die Palette der
Bildungsangebote in der Region Bamberg noch breiter geworden: In Mühlendorf
hat gestern die Montessori-Schule ihren Unterrichtsbetrieb aufgenommen.
Mit dem Pflanzen eines Apfelbäumchens
endete der erste Schultag für die 25 Kinder, die künftig im Mühlendorfer
Schulhaus mit der Montessori-Pädagogik lernen.
Ein großer,
starker, früchtetragender Baum solle daraus werden, sagte Simone
Mattstedt, Erste Vorsitzende der Montessori-Fördergemeinschaft Bamberg,
sichtlich glücklich darüber, dass der Traum, den sie zusammen mit Gardis
Schneider geträumt hat, nun endgültig wahr wurde. Beide sind die
geistigen „Mütter“ des im November 2000 gegründeten Vereins, der
heute 50 Mitglieder zählt.
„Wir sind
eine tolle Gemeinschaft“, so Simone Mattstedt. Die starke Einbindung der
Eltern sei ein wesentlicher Baustein des Lernprozesses, wie auch die
Musik. Die Philosophie Maria Montessoris (1870-1953) erfülle die
Vorstellungen der beteiligten Pädagogen und Eltern von einem
„anderen“, einem selbstbestimmten Lernen, dies ohne Benotung bis zur
4. Klasse.
Weniger Bücher,
dafür mehr Material, an das hohe Anforderungen gestellt werden, gehöre
zum Konzept. So lasse sich z. B. jede Rechenoperation bildlich
nachstellen. Die Montessori-Schule verstehe sich keinesfalls als eine
„elitäre Kader-Schmiede zur Zucht von Wunderkindern, sondern sei eine
normale Grundschule für normale Grundschüler.“
Ein Verdrängungswettbewerb
findet nicht statt, betonte auch der Zweite Bürgermeister der Gemeinde
Stegaurach, Günther Litzlfelder. Im Gegenteil, die Gemeinde habe die
Schule als eine echte Bereicherung für den Ort herzlich aufgenommen.
„Viel Freunschaftlichkeit“ bescheinigte auch die Schulleiterin Erika
Bruhn der „klassischen“ Grundschule Mühlendorfs, vom „Direktorat
bis zur Putzkolonne.“
Erika Bruhn
wird zusammen mit Beate Weiß-Barber und Andrea Polak die 25 Kinder aus
Bamberg und dem Landkreis unterrichten, darunter sechs „Halbzahlende“
und ein „nichtzahlendes“ Kind (die Schule erhebt ein Schulgeld von 100
Euro im Monat und eine einmalige Aufnahmegebühr von 1500 €).
Beeindruckt
und „fast ein wenig überrascht“ zeigte sich Simone Mattstedt von der
starken Unterstützung seitens Dr. Günther Denzlers bei der Realisierung
des Projekts. Der Landrat habe sich „enorm engagiert“, und nicht nur
er, sondern auch Erster Bürgermeister Siegfried Stengel, der dann eines
Tages mit den Worten: „Ich will euch“ angerufen habe.
Am
kommenden Freitag findet ab 16 Uhr ein Einweihungsfest an der Schule
statt, zu dem die gesamte Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Hier wird
auch eine Ausstellung des Montessori-Materials, einem Eckpfeiler dieses
„anderen“ Lernens, zu sehen sein.
Dieter Grams
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