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GEW gegen
„Zumutungen der Staatsregierung“ „Wir
investieren in exzellente Bildung auf internationalem Niveau.“ Diesen Satz aus
der Regierungserklärung des bayr. Ministerpräsidenten verglich Schorsch
Wiesmaier, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern,
bei der Mitgliederversammlung der GEW Bamberg mit den Fakten im Freistaat. „Staatliche
Leistungen werden rücksichtslos verbilligt,“ behauptete Wiesmaier und belegte
dies an mehreren Beispielen. Da schrecke Stoiber nicht vor einem
bildungspolitischen Offenbarungseid zurück, indem er Rektoren aufdränge bei
personellen Engpässen kurzerhand Eltern als Aushilfskräfte an die Volksschulen
zu holen -
selbstverständlich zum Nulltarif. Und das, obwohl es immer noch
ausgebildete, vom Staat aber nicht angestellte Lehrerinnen und Lehrer gebe. Die
Lehrerarbeitszeit an den Schulen wolle die bayr. Regierung tatsächlich um sechs
bis sieben Stunden erhöhen, ohne zu sagen, was im Gegenzug dafür an bisherigen
Aufgaben im häuslichen Arbeitszimmer zu streichen sei. Viele Kolleginnen und
Kollegen hielten es zwar grundsätzlich für richtig, mehr Zeit für Schülerinnen
und Schüler zu haben und sähen darin ein entscheidendes Plus der PISA-Sieger.
Aber bei den fehlenden Voraussetzungen in den hiesigen Schulgebäuden und
angesichts der Erwartungen an Vorbereitungs- und Korrekturarbeiten könne man
nur den Kopf schütteln über diese Art von Bildungspolitik. Den Beschäftigten
rate die GEW, die eigene Gesundheit
wichtiger zu nehmen als die Zumutungen durch die Regierung Stoiber. Gymnasiasten
müssten künftig in acht Jahren leisten, was bisher auf neun Jahre verteilt
war. So werde die Abiturquote, die inzwischen auch von den Wirtschaftsverbänden
als zu niedrig eingeschätzt wird, vermutlich noch weiter sinken. „Das
Einschulungsalter will Stoiber ebenfalls senken
- nicht etwa, um
systematische Frühförderung zu gewährleisten. Nein, im Landtag begründete er
das damit, dass so die von ihm erwarteten 45 Jahre Berufstätigkeit leichter
erreichbar seien. Vor der Wahl war von diesen
Plänen nichts zu hören,“ so der GEW-Landesvorsitzende. Die
Zusatzkosten für den Ausbau der getrennten Schularten kämen dagegen nicht auf
den Finanzprüfstand. Die bayr. Regierungspartei halte diese enormen Ausgaben
offenbar für nötig, um ihr Lieblingsprojekt Eliteförderung zu betreiben, was
letztlich auf Kosten der Mehrheit der Kinder ginge. Dabei verschließe Stoiber
die Augen vor den besseren Ergebnissen und dem besseren Schulklima in jenen Ländern,
die ihre Kinder gemeinsam lernen ließen, ohne sie auf verschiedene Schularten
zu verteilen. Die
bedrohliche Situation beim Kolping Bildungswerk Bamberg beleuchtete ein Kollege
des dortigen Betriebsrats. Obwohl der Streik der Belegschaft für angemessene
Gehälter schon lange ausgesetzt sei, steuere die Geschäftsführung lieber auf
das Aus für den Betrieb zu als auf seriöse Verhandlungen mit der Gewerkschaft.
Die steigende Zahl der Kündigungen gegen erfahrende Mitarbeiter und die
Verlagerung von Bildungsmaßnahmen in andere Firmen der Kolping-Holding lege
diesen Schluss nahe. „Und das in einem Unternehmen, dessen Name für das
soziale Gewissen des kirchlichen Trägers stehen soll“, betonte der
Betriebsrat. Die GEW werde die Kolleginnen und Kollegen auch künftig nicht im
Stich lassen, versicherte Peter Weiß, Gewerkschaftssekretär im Büro für
Weiterbildung der GEW Bayern. Die
anschließenden Neuwahlen brachten folgende Zusammensetzung des Vorstands der
GEW Bamberg: Rudolf Daniel, Julia Fliege, Kerstin Franke, Axel Hocke, Markus
Hofmann, Heinz Jung, Rudolf Raithel und Ernst Wilhelm. |
GEW-Oberfranken.
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