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PISA, die Dritte
Neue Auswertung der Bundesländer-Ergebnisse 'Man kann für dieselbe Leistung in einem Fall mit einer Zwei belohnt, im anderen mit einer Vier oder Fünf bestraft werden'. Zu diesem Schluss kommt eine weitere Analyse der PISA-Ergebnisse durch das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. In der Tendenz richten sich die Noten meist nach der Mathematikleistung, am ausgeprägtesten an den Gymnasien. Dabei variieren die Noten für ein und dieselbe Leitung innerhalb der Schulform - und darüber hinaus auch von Schule zu Schule. Die Noten unterschiedlicher Bildungsgänge sind praktisch nicht vergleichbar. Schülerinnen und Schüler mit Bestnoten in Mathematik, die Hauptschulen, integrierte Gesamtschulen oder Realschulen besuchen, könnten - so die Studie - ohne weiteres im jeweils benachbarten, anspruchsvolleren Bildungsgang Erfolg haben.
Die Analyse der Schülerperzeption von Unterricht anhand der drei Merkmale 'Unterstützung durch den Lehrer', 'Beziehungsqualität' und 'Leistungsdruck' zeigt international gravierende Unterschiede. In Japan, Skandinavien und den angelsächsischen Staaten dominiert der Unterstützungsaspekt. In Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz steht aus Schülersicht eindeutig die Qualität der Lehrer-Schüler-Beziehung im Vordergrund. Deutschland schließlich zeigt, wie auch die osteuroäischen Staaten und Korea, einen dritten Profiltyp: Hier steht aus der Perspektive der Lernenden eindeutig der Leistungsdruck im Vordergrund. Gleichzeitig wird die Unterstützung durch Lehrkräfte als relativ gering empfunden. Schon die ersten Analysen von PISA haben ergeben, dass kinder aus zugewanderten Familien deutlich schlechtere Bildungserfolge aufweisen, selbst wenn die ihre gesamte Schullaufbahn in Deutschland absolviert haben. Die neue Untersuchung differenziert das Bild weiter: Ein Ausländeranteil von 20 Prozent mindert das Lernniveau der ganzen Schule sprunghaft. Im Vergleich zu Schulen mit weniger als 5 Prozent Kindern aus zugewanderten Familien ergibt sich ein Lernnachteil von etwa vier Monaten. Die neue Analyse der PISA-Ergebnisse kommt zu dem Schluss, dass familiäre Merkmale wie Kinderzahl, Familientyp und mütterliche Erwerbstätigkeit keinen durchgängigen Enfluss auf die schulischen Leistungen der in der Studie untersuchten 15-Jährigen nehmen. In den neuen Ländern gingen die Kinder von berufstätigen Müttern sogar viel häufiger zum Gymnasium als andere - was jedoch auf die gute Vorbildung der Mütter zurückführbar scheint. Einzelkinder haben deutlich bessere Bildungschancen als Kinder mit drei und mehr Geschwistern. Dies betrifft jedoch besonders Hauptschülerinnen und Hauptschüler - für Jugendliche in Gymnasien entsteht durch ein große Geschwisterzahl dagegen kein deutlicher Nachteil.
Wenn aus dem PISA-Test nur Aufgaben herausgenommen werden, die direkt auf deutsche Lehrpläne zurückzuführen sind, ergibt sich dadurch keine Verbesserung oder Verschlechterung der Schülerleistungen.
Die Analyse wirft auch ein Licht auf das zergliederte deutsche Schulsystem. Die frühe Aufteilung der Kinder nach der vierten Schulklasse auf unterschiedliche Schulformen verschärfe die soziale Selektion, so die Forscher. Unterschiedliche Schulpolitik in den Ländern führe zu einer weiteren Zergliederung des Schulsystems.
Bei der Notenvergabe beziehen sich die Schulen meist auf einen Referenzrahmen, der in erster Linie an dem spezifischen Leistungsniveau der Schule bzw. Lerngruppe ausgerichtet ist und nicht an schulübergreifenden Kriterien.
PISA-Seite der Max-Planck-Gesellschaft für Bildungsforschung -
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