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Ganztagsschulen endlich auch in Bayern Ob es dem "Herz für die
Familie" angesichts der näherrückenden Landtagswahl oder dem Druck
der bayerischen Wirtschaft zu verdanken ist, wissen wir nicht. Immerhin
forderte die Wirtschaft sehr massiv von der Staatsregierung kleinere
Klassen, mehr Abiturienten und mehr als die zunächst geplanten 10
Ganztagsschulen für ganz Bayern. Sie hielt der CSU vor, dass
Nordrhein-Westfalen 20 % aller Schulen zu Ganztagsschulen ausbauen will. Plötzlich will die Kultusministerin im
Eiltempo "flächendeckend" Ganztagsschulen in Bayern, die aber
natürlich nicht Ganztagsschulen heißen dürfen! Vorgesehen ist der
stufenweise Ausbau von Schulen mit "Tagesangeboten" oder
"Nachmittagsbetreuung" sowie von "Rhythmisierten
Tagesschulen". Die interessantere Variante ist die "Rhythmisierte
Tagesschule", weil sie wesentlich mehr und "radikalere"
Änderungen des gesamten Schultages ermöglichen würde. So wäre z.B.
machbar, den Schultag mit einem Frühstück zu beginnen, die
45-Minuten-Stunden abzuschaffen und regelmäßig Übungs- oder
Entspannungsphasen dazwischen zu legen. Da diese Form aber einen deutlich
höheren Personalbedarf erfordert, ist der schrittweise Ausbau sehr
bescheiden vorgesehen. Die "Tagesangebote"
sind zusätzlich zum "regulären" Unterrichtsvormittag gedacht
(mit geringer Kostenbeteiligung der Eltern): Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung,
Wahlunterricht, AGs, Freizeitaktivitäten, Schulsozialarbeit, Fördermaßnahmen
u.ä.. Außer Lehrkräften (100 Minuten entsprechen 1 Pflichtstunde!!) und
Förderlehrkräften können auch Erzieher, Sozialpädagogen, Übungsleiter,
Handwerksmeister usw. eingesetzt werden. Bisherige KM-Planung des
schrittweisen Ausbaus: (Jede Zahl ist zusätzlich zu
verstehen)
Von einem flächendeckenden Angebot,
vor allem bezüglich der Tagesschulen, zu sprechen, ist die übliche
kultusministerielle Schönfärberei. Dennoch, gemessen an den derzeit
existierenden zwei staatlichen Ganztagsschulen in Bayern, kann man
schon von einem Durchbruch sprechen. An der konkreten Ausgestaltung sollte
die GEW unbedingt und massiv mitwirken. Weitere Informationen bei: Oskar Brückner, Tel 0921- 731 31 03 o.
OskarBrueckner@t-online.de | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
GEW-Oberfranken.
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