Bildungsoffensive

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Bildungsoffensive gegen die Wand 

Der Präsident der deutschen Arbeitgeberverbände, Hundt, „verlangte für Deutschlands Schulen eine „neue Kultur der Anstrengungen und der Leistungsorientierung“. Dazu müsse das Leistungsprinzip bei Prüfungen, Zeugnissen und Versetzungen, vor allem auch bei der Auswahl der weiterführenden Schulen konsequent verwirklicht werden. Das differenzierte Schulsystem von Hauptschule, Realschule und Gymnasium solle erhalten bleiben. Dagegen solle die Gesamtschule abgeschafft werden, weil ihre Leistungen „einfach schlechter“ seien. Dafür sollten Ganztagsschulen ausgebaut werden. Die Arbeitgeber verlangen auch, ein Unterrichtsfach Wirtschaft einzuführen.“ 

Soweit das Zitat aus dem Fränkischen Tag vom 27. Juli 2000. Nur weiter so, Herr Hundt, dann kriegen Sie Ihre flexibel einsetzbaren Beschäftigten. Aber wundern Sie sich nicht, wenn dann das chancenlose Drittel dafür sorgt, dass diese Gesellschaft eine höchst unsichere wird. Wer so rigoros aussortiert, der sollte wissen, dass die als „leistungsschwach“ Abgestempelten versuchen könnten, ihren Selbstwert durch „Delikte“ an einigen Leistungsstarken aufzubauen. 

Bei der Auswahl der weiterführenden Schulen im Zweifel gegen den Schüler entscheiden, das fällt denen nicht schwer, die aufgrund ihrer Finanzlage für ihre Zöglinge immer den Privatschulweg offen haben. 

Beim nächsten Punkt beten Sie brav ihre Parteilinie nach, Herr Hundt! Denn wie soll denn bei der schulischen und damit sozialen Trennung der Schüler/innen nach Schularten die viel geforderte Teamarbeit in den Betrieben angebahnt werden? Da sind Kolleg/innen von Ihnen schon weiter in ihrem Denken. Lesen Sie doch mal die Studie „Eine Schule für die moderne Industriegesellschaft“ von Lehner/Widmaier, Essen 1992! Da können Sie was dazulernen. 

Schön, dass es auch eine gemeinsame Forderung von Arbeitgebern und Gewerkschaften gibt: Ganztagsschulen will auch die GEW. Ob wir auch Einigkeit darüber erzielen, was da den ganzen Tag gearbeitet wird? 

Zum Schluss noch ein Gedanke zum geforderten Fach „Wirtschaft“. Da vergessen wir nicht, die schöne Ideologie von der sozialen Marktwirtschaft mit der rauen Wirklichkeit der unsozialen Profitwirtschaft zu vergleichen. Wie heißt doch gleich Artikel 14 (2) des Grundgesetzes? „Eigentum verpflichtet.“ Wird das so leicht vergessen, weil es der kürzeste Satz unserer Verfassung ist?

 
GEW-Oberfranken.