GEW HOF
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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Oberfranken
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft                                                  Oberfranken

Einladung an Zuständige der Regierung nach dem oberfränkischen Gesundheitstag in Hallstadt:
 

Liebe Regierung,
 

danke für die Angebote beim Gesundheitstag zur Überprüfung und Korrektur unserer persönlichen Einstellungen und Verhaltensweisen.

Die GEW lädt Sie im Gegenzug ein, um Ihnen die krank machenden Rahmenbedingungen der Arbeit und die bisher nicht verwirklichten Gesetzesvorgaben für einen umfassenden Gesundheitsschutz zu erläutern.

 

Näheres unter www.gew-bayern.de/schule/ratgeber
Kommentare sind willkommen an info@gew-oberfranken.de

 

Entwurf Ergänungsantrag zum ofr. B 1 für die LVV 2017:

 

Ziele für den Bereich der Jugendhilfe und Sozialarbeit:

  1. Unbefristete Beschäftigungsverhältnisse als Regel und Streichung der sachgrundlosen Befristung (wichtig wegen Kontinuität der  Beziehung)
  2. Der Stellenschlüssel und die Rahmenbedingungen für Tageseinrichtungen für Kinder müssen berücksichtigen:
  1. die Öffnungszeiten und die Fachkraft-Kind-Relation (siehe AIDA-Studie)
  2. den individuellen Förderbedarf der Kinder (z.B.: behinderte, von Behinderung bedrohte Kinder, Kinder mit nicht deutscher Familiensprache, Wickelkinder….)
  3. die teilweise bis ganze Freistellung von Leitungen (Anzahl der Leitungen je nach Größe des Hauses) und die zumindest teilweise Freistellung der stellvertretenden Leitung, je nach Größe der Einrichtung (s. Betriebserlaubnis)
  4. den Anteil der mittelbaren pädagogischen Arbeit: mind. 1/3 der Arbeitszeit (Vor- und Nachbereitung, Teamzeiten, MA-Gespräche, Elternarbeit, Dokumentation, Austausch mit den Kolleg*innen….). Diese Zeit muss auch ein persönliches Kontingent enthalten, über das nicht von der Leitung verfügt werden kann.
  5. die erforderliche Zeit für die Anleitung der Praktikant*innen und Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen
     
  1. Die Qualität der Arbeit ist zu sichern durch
  1. die Beachtung der Stellenbeschreibungen
  2. den Anspruch auf Weiterbildung (Freistellung und Kostenübernahme) sowie auf 15 berufsbezogene Fortbildungstage pro Jahr, Übernahme der Fortbildungs- und Fahrtkosten, freie Wahl des Anbieters
  3. verbindliche personelle und zeitliche Ressourcen zur Koordination, Reflexion und Netzwerkfortbildung (institutionsübergreifende Fortbildungen) und für die verbindliche Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen und Akteure im Bildungs- und Erziehungsbereich (Stadtteilarbeit, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Fachdienste, Jugendämter, Gesundheitsdienste, Sozialbürgerhäuser) sowie für den Austausch mit Fachdiensten und anderen Einrichtungen.
  4. die Beibehaltung der bisherigen 5-jährigen Ausbildung der Erzieher*innen
  5. geeignete Räume für das Personal (Ruheräume, Besprechungsräume, Vorbereitungsräume ausreichender Größe mit  der erforderlichen Ausstattung)
    und genügend Räume für die pädagogische Arbeit mit den Kindern
  6. die Einhaltung der Gesundheitsschutzgesetze und der Arbeitsstättenverordnung
  7. einen ausreichenden Etat für die pädagogische Arbeit (Bücher, Spielmaterial, Bastelmaterial, Geld für Ausflüge…)

 

  1. Ziele für den Bereich Soziale Arbeit
  1. Fallzahlen bzw. Personalschlüssel werden unter Mitwirkung der Beschäftigten formuliert.
  2. Ausbau interdisziplinärer präventiver Hilfen.
  3. Gleichberechtigte professionsübergreifende Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule.
  4. Wohnortnahe kostenfreie Kommunikationsräume für alle Altersgruppen, ohne Konsumzwang, mit sozialpädagogischer Unterstützung.

     

Ergänzungsantrag zu B 1, Bereich Schule:

 

- nach 10 Jahren gemeinsamer Schulzeit stehen zwei Bildungswege offen:

  • die Berufsausbildung im Betrieb mit 8 Wochen Schule pro Jahr

  • die schulische Oberstufe mit 8 Wochen Betriebspraktikum pro Schuljahr

 

 

Bildung für junge Flüchtlinge

Bildungsgewerkschaft fordert Integration durch Bildung

 

49.000 schulpflichtige Flüchtlinge werden dieses Jahr große Hoffnungen auf gute Bildung in bayerischen Schulen setzen. Die Staatsregierung stellt dieser Herausforderung 1700 Lehrkräfte entgegen. "Das sind 29 Kinder und Jugendliche ohne deutsche Sprachkenntnisse pro Lehrkraft," sagte die Geschäftsführerin der GEW Mittelfranken, Ruth Brenner. "Das ist so nicht zu stemmen." Wie die Inklusion der Flüchtlinge durch Bildung möglich ist, machte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bei ihrem Fachkongress in der Fürther Pestalozzi-Schule deutlich.

 

Fahren auf Sicht

In seinem Grußwort stellte Markus Braun, 2. Bürgermeister von Fürth und GEW-Mitglied, fest, dass die Unterbringung der 1800 Asylbewerber die Stadt an ihre Grenzen geführt habe: "Wir fahren auf Sicht." Sprachliche, kulturelle und berufliche Inklusion seien eine langfristige Mammutaufgabe, die zunächst nur Dank des Einsatzes von Ehrenamtlichen angegangen werden kann; "Die retten unseren Kopf!"

 

Bereicherung an den Unterkünften

Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat machte die schlechten Lebensbedingungen deutlich, unter denen Flüchtlinge in Bayern leben: "Das ist ein hausgemachtes Chaos." Die bayerische Staatsregierung habe die Torschlusspanik angesichts der Grenzschließzungen in Osteuropa unterschätzt. Das Bayerische Aufnahmegesetz schreibe vor, dass alle Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen seien. "Hier bereichern sich Vermieter, die aus einer Halle mit 800 Flüchtlingen gut eine Million Euro Gewinn herausschlagen können." Freie Unterkunftswahl wie in anderen Bundesländern würden Mittel für wichtigere Aufgaben wie Bildungsfinanzierung frei machen und die menschlichen Probleme in den Lagern gar nicht erst entstehen lassen.

 

Knochenarbeit

Maria Puhlmann vom Nürnberger Amt für berufliche Schulen stellte das Nürnberger Modell des Berufsintegrationsjahres mit Vorklasse vor. "Das macht jetzt in Bayern Schule, und zwar für die laut Schulgesetz berufsschulpflichtigen Flüchtlinge." Der Aufbau einer flächendeckenden Regelbeschulung erfordere ganz neue Kooperationen mit anderen Schularten, der Schulsozialarbeit und Behörden. "Das ist Knochenarbeit", so Puhlmann. "Noch haben wir Narrenfreiheit und dürfen ausprobieren, aber das Kultusministerium kann mit Regelungen alles wieder zunichte machen."

 

KUL KIDS erfolgreich

In sechs Arbeitskreisen erfuhren die Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Erzieher Wege, die Herausforderung anzunehmen. Ob Umgang mit Stammtischparolen, das Unterrichten in gemischten Lerngruppen oder Integration mit Musik, gute Beispiele gibt es in ganz Bayern. In Bamberg hat Annette Pöhlmann-Lang mit dem Projekt "KUL(tur) KIDS" Studierende der Bamberger Universität und benachteiligte Jugendliche ein Schuljahr lang zu Tandems zusammen gebracht. Gemeinsame Unternehmungen im außerschulischen Raum wurden in Tagebucheinträgen dokumentiert und am Schuljahresende vor Eltern und der Schulöffentlichkeiut präsentiert."Hier haben beide Seiten profitiert." sagt Pöhlmann-Lang. Allerdings übersteige die Nachfrage bei weitem das Angebot. "Die Mittel sind begrenzt."

 

Maike Riechers-Krüger berichtete von der Arbeit an der Mönchberg-Schule in Würzburg. Dort gibt es eine jahrzehntelange Erfahrung mit der erfolgreichen Integration von zugewanderten Jugendlichen. Aber auch hier müssen die Mittel und das Personal so aufgestockt werden, dass die Schule ihre Aufgaben erfüllen kann.

 

"Wie bei Inklusion und Ganztagesbetrieb hängt der Erfolg der Aufnahme der Flüchtlinge von den Rahmenbedingungen ab", so Ruth Brenner, die Organisatorin der GEW-Tagung. Die Staatsregierung lasse die notwendige Unterstützung bisher vermissen. Doch Geld alleine helfe nicht. "Die Reden der Brandstifter müssen aufhören", sagte sie mit Bezug auf die flüchtlingsfeindliche Rhetorik der letzten Tage. "Kein Mensch flieht freiwillig."

 

Erläuterungen zu AG 1:  
Projekt "Kul(tur)-Kids": Studierende betreuen Kinder mit Migrationshintergrund
 
Vorgestellt wurde ein Tandem-Projekt, in dessen Fokus die Sprachförderung von Kindern nicht-deutscher Muttersprache im mündlichen und schriftlichen Bereich steht. Dabei werden außerhalb der Schul(lern)zeit und auch außerhalb des schulischen Rahmens (die Kinder werden zuhause abgeholt und dorthin zurückgebracht) einmal wöchentlich kulturelle Orte in der Stadt aufgesucht, die das Kind noch nicht kennt oder sich gerne ansehen möchte. Die Spannbreite reicht von Kino über Kindertheater bis hin zu Museumsbesuchen oder dem Besuch der Universität. Darüber verfasst das Kind (mit Hilfe seiner MentorIn) ein Tagebuch. Die Einbindung der Eltern stellt einen wichtigen Baustein des Projekts dar und soll die Einstellung der Eltern zu Schule und Deutschfördermaßnahmen und implizit damit das Sprachlernen der Kinder verbessern. Die MentorInnen sind nicht nur Sprachvorbilder, sondern zeigen den Mentées auch Bildungswege auf, die oft nicht bekannt sind oder angedacht werden. Das Projekt arbeitet mit SchülerInnen der Klassen 2-6 und wird zum Wintersemester im vierten Durchlauf im Bamberg durchgeführt.
                                                                             Leitung: Dr. Annette Pöhlmann-Lang
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